IAT Science-Cast Folge 10 Gebirgsforschung und Gletscherkunde in Zeiten des Klimawandels

Shownotes

Doz.in Andrea Fischer vom Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der ÖAW an der Universität Innsbruck brachte das Publikum mit ihren Ausführungen über Gletscherschwund und Gebirgsveränderungen in den Alpen zum Staunen.

Die Spuren der eiszeitlichen Gletscher im Alpenvorland verhalfen der damals abstrakten Theorie eines veränderlichen Klimawandels zum Durchbruch. Nach mehr als einem Jahrhundert der Klimaforschung zeigen uns wiederum die Gletscher, dass es in den nächsten Jahrzehnten wärmer werden könnte als in den letzten 1.2 Millionen Jahren.

Die Messung der ungeahnt raschen Veränderungen erfordert neue Messtechniken – die Eisverluste des Jahres 2022 waren deutlich außerhalb des denkbaren. Umgelegt auf die Verteilung der Körpergröße von Volksschülern wäre ein 3 m großes Kind in der Klasse gestanden – wie bereitet man sich auf solche Ereignisse vor? Erstaunlich viel in unserem Alltag, von der Schneeräumung bis zum Bebauungsplan, ist auf das bisher bekannte Klimaregime abgestimmt. Kulturelle Techniken, Raumordnung und Landnutzung sind aus der Wechselwirkung zwischen der Natur und den Menschen seit Jahrtausenden entstanden. Nun gute Entscheidungen für eine nachhaltige Zukunft zu treffen, ist wichtig, und trotz oder gerade wegen der vielen Unsicherheiten ist es die Wissenschaft, die den Boden bereitet für gesellschaftliche Entscheidungen, die unsere Werte und Prioritäten widerspiegeln.

Referentin: Doz.in Andrea Fischer, ÖAW/ Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung

Andrea Fischer ist Geophysikerin und Glaziologin sowie Vizedirektorin des Instituts für Interdisziplinäre Gebirgsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften an der Universität Innsbruck. Ihre Arbeitsgebiete sind Glaziologie, Klimatologie und Gebirgsforschung, hauptsächlich im Alpenraum, aber auch in Asien, Afrika und Südamerika. Die breit gefächerten Forschungsprojekte von Andrea Fischer beschäftigen sich nicht nur mit rein wissenschaftlichen Themenstellungen (beispielsweise dem Langzeitmonitoring verschiedener österreichischer Gletscher und Blockgletscher), sondern auch mit Praxisaspekten wie etwa den Auswirkungen von Snowfarming und Sommer-Abdeckungen in Gletscherschigebieten oder den Möglichkeiten und Folgen der Kunstschneeproduktion.

Die Folien zum Vortrag finden Sie unter:
https://www.akademietraunkirchen.com/iat-science-cast-folge-10-gebirgsforschung-und-gletscherkunde-in-zeiten-des-klimawandels/

Transkript anzeigen

00:00:02: Wissen

00:00:03: schafft Begeisterung.

00:00:04: Internationale Akademie Traumkirchen.

00:00:08: Guten Tag und herzlich willkommen!

00:00:10: Schön, dass Sie dabei sind.

00:00:12: Im Sinne unseres Motos Wissen Schafft-Begeisterung freuen wir uns Ihnen den Vortrag von Dozentin Andrea Fischer vom XXS Juni mit dem Titel Gebirgsforschung & Gletscherkunde in Zeiten des Klimawandels präsentieren zu können.

00:00:31: Andrea Fischer ist Geophysikerin und Glaciologin sowie Vizdirektorin des Instituts für interdisziplinäre Gebirgsforschung der österreichischen Akademie der Wissenschaften an der Universität Innsbruck.

00:00:45: Ihre Arbeitsgebiete sind Glaciologie, Klimatologie und Gebirgsforschungen hauptsächlich im Alpenraum aber auch in Asien, Afrika und Südamerika.

00:00:56: Wir wünschen Ihnen eine spannende und aufschlussreiche Nachhörmöglichkeit.

00:01:03: Ich bedanke mich herzlichst für die Einladung an diesem wunderbaren Platz, der sicherlich zu einem der schönsten Österreichs zählt.

00:01:11: Ich bedank mich bei Ihnen dass Sie gekommen sind trotz dieser sehr hohen Temperaturen und ich habe Ihnen einige sehr kühle Bilder mitgebracht auch weil es sich hier um einen ganz besonderen Ort handelt für die österreichische Gletscherforschung.

00:01:26: in der Nähe befindet sich der Dachsteingletscher zu den am längsten gemessenen Gletschern in Österreich zählt und der besonders reich ist an Bilddokumenten.

00:01:39: Ich werde heute sprechen zur Gebirgsforschung und Gletscherkunde im Zeiten des Klimawandels, beides hängt ja unmittelbar zusammen, Gebirge und Glettscher hängen unmittelbauch mit dem Menschen zusammen, der Mensch lebt mit den Gletschern und ihm den Gebirgen.

00:01:59: Und Gebirge sind auch besondere Orte, weil sie über sehr viele verschiedene Nischen verfügen in denen man sich immer etwas aussuchen kann das gerade passt.

00:02:11: und gerade im Zeiten des Klimawandels ist es eine Eigenschaft des Gebirges, dass es sehr günstig macht auch zu bewohnen.

00:02:19: Gebirge sind Hotspots der Biodiversität.

00:02:22: hier finden mir eine besondere Artenvielfalt vor von denen aus auch das Umland mit Spezias besiedelt werden kann für die die Bedingungen gerade günstigt sind Das Kals-Eisfeld Hohen Dachstein, heute Hallstädter Gletscher genannt.

00:02:41: Zudem ein Reitweg führte der für die Kaiserin angelegt wurde.

00:02:45: um diesen Gletschern zu besichtigen stellte sich Um-Achzehnhundertsechs und Achtzig wesentlich größer da als heute.

00:02:54: Wir haben eine imposante Gletsscherzunge dort einen See Der heute noch dort liegt.

00:03:00: Allerdings von diesem Standort aus sehen wir den Gletschar heute kaum mehr.

00:03:06: Friedrich Simone hat sein Leben der Erforschung des Dachsteingletschers gewidmet, wurde von damaligen Zeitgenossen belächelt.

00:03:14: Sein Leben lang auf einem Ort zu sitzen hatte aber die erste Professor für Physische Geografie in Graz bekommen weil er eine allgemein verständliche Darstellung der Funktionsweisen des Gletschers erfunden hat und die bildliche Dokumentation in die wissenschaftliche Diskussion einfließen ließ.

00:03:35: Davor lesen sich die Berichte der Akademie der Wissenschaft über wissenschaftlichen Diskussionen sehr ausführlich, aber mit dem Zeigen von Bildern ist es ihm gelungen, die Diskussionen oft auf den Punkt zu bringen – das ist auch etwas was sie heute im Medien sehr gut leisten können!

00:03:53: eine bildliche Diskussion.

00:03:57: Heute ist von etwa diesem Standort aus nur mehr ein sehr kleiner Teil des ehemals großen Eisfeldes übrig, die Gletscherzunge, die wir hier noch in der Mitte das Bild sehen gehört fast der Vergangenheit an wird im vorigen Jahr wahrscheinlich abreißen und derzeit geht der Gletsche Rückgang auch wenn er im Endeffekt schon seit.

00:04:23: Seit dem Hochstand der kleinen Eiszeit findet die Gletschen in den letzten Jahren besonders viel Masse und Schnellmasse verloren.

00:04:31: Die Flächenrückgänge sind mit dem freien Auge gut zu beobachten.

00:04:38: Diese bildlichen Dokumentationen in den Alpen mit Rekonstruktion der Volumensänderungen weltweit einzigartig.

00:04:48: Und das ist auch der Grund, warum die Gletscherforschen nach wie vor in diesem Gebirgen forschen.

00:04:54: Obwohl die großen Eismassen, die im Grönland und an der Arktis liegen, sind sie hauptsächlich zum Anstieg des Meeresspiegels beitragen.

00:05:05: Die Alpengletscher sind noch wie vor die Leerbuch-Gletscher hier.

00:05:09: dieses berühmte Bild der Gletscharphänomene von Friedrich Simoni war ... dargestellt hat, wie eine typische Physiognomie eines Gletschers aussieht.

00:05:20: Ein erfundenes Gemälde an dem man sehen kann, wie sehen Morenen aus?

00:05:25: Steine die am Gletscher mittransportiert werden... formt der Gletscher.

00:05:31: die Landschaft und diese Forschung in Simonis haben dazu geführt, dass überhaupt erst entdeckt wurde das sich das Klima ändert.

00:05:41: Man hat bis etwa nineteenhundert geglaubt, dass das KlimA eine unveränderliche Eigenschaft eines Ortes ist, dass sich aus dem Aus der Position auf der Erdkugel ergibt und obwohl schon seit dass die Zusammensetzung der Erdatmosphäre einen Einfluss hat auf die Lufttemperatur, hat sich dieses Bild in den Geowissenschaften damals noch nicht durchgesetzt gehabt.

00:06:11: Und erst danach weiß das der Gletscher felsentransportiert, die als erratische Blöcke nach dem Abschmelzen der Glettsche in der Landschaft liegen, möglich nachzuweisen, dass in den Eiszeiten die Gletscher sehr viel größer waren und auch dieses Tal, in dem wir uns heute befinden, sehr hoch mit Eis verfüllt war.

00:06:36: Und dadurch hat man entkannt es muss einmal kältere Zeiten gegeben haben und damit war klar Es wird kann auch wärmer werden.

00:06:45: Also in dieser Phase befinden wir uns heute, wo der antropogenen Klimawandel dazu führt dass die Lufthemperaturen weiter ansteigen aufgrund der Verbrennung der fossilen Brennstoffe und dem Anstieg des CO² in der Erdatmosphäre.

00:06:59: Die Gletscher blieben die Ikonen des Klimawandels wie hier dieses Titelbild das Klimaberichts IPCC aus dem Jahr weil die Gletscher eindeutig zeigen, dass sich das Klima ändert und die Gletzscheausdehnung ändert.

00:07:15: Wie stark der heute menschgemachte Klimawandel ist kann man sehr schön sehen an diesen Zeitrein von Bildern verschiedenster Gletschers.

00:07:27: Das war das erste Jahr.

00:07:29: Manche werden sich erinnern ... der erste wirkliche Hitzesommer mit sehr langen, lang andauernden Hitzewellen während des gesamten Sommers und das erste Mal sind in Österreich die Gletscher bis obenhin ausgeappert.

00:07:45: Die Gletschern waren damals noch in einem sehr guten Zustand.

00:07:48: wir sehen eine aufgewölbte Zunge einen niedrigen Ansatz dieser Mittelmorene also diese Schutthaufen am Eis und wir sehen noch Schnee- und Eis.

00:07:57: in den Flanken Im Jahr zwanzig, dreiundzwanzig sehen wir eine eingefallene Eisfläche.

00:08:03: Eine dunkle Eisfläche die stark von Schutz bedeckt ist wenn sie unten auf diesen Bachsehen ist ja sehr tief eingeschnitten und das zeigt uns ein Teil des Problems.

00:08:15: Das Problem ist nicht so sehr, dass die Gletscher zurückgehen, die Wasserspende etwas sinkt sondern, dass zum Beispiel in diesen Teilbereichen auch durch die ansteigenden Niederschläge extremweite Ereignisse die Selementtransporte stark zunehmen.

00:08:31: Und dadurch sehr viel Material in die Flüsse kommt, dass natürlich nicht am Ende des Gletschers und am Ende das Tales liegen bleibt.

00:08:40: Sondern bis ins Schwarze Meer geht.

00:08:45: Das ist ein Bild in Grau.

00:08:48: Die Gletscherzunge ist fast vollständig zerfallen.

00:08:51: Heuer wird die Gletscha-Zunge voraussichtlich Geschichte sein.

00:08:55: Und dieser Gletsche hat noch etwa eine Lebenszeit von zehn bis fünfzehn Jahren, bis er vollständiger verschwunden sein wird.

00:09:03: Wir sehen hier in diesen obersten Teilbereichen ... Wir finden hier keinen Firmen mehr, keine Flächen in denen sich Eis neu bilden kann.

00:09:13: Über die gesamte Gletscherfläche gibt es Massenverlust.

00:09:16: Die Dicke beträgt in den oberen Teilbereichen nur etwa zehn bis fünfzehn Meter, zweieinhalb Meter Schmelzen pro Jahr.

00:09:23: Das heißt, dass in der Mitte eine Eislinie so übrig bleibt aber es keine Chance mehr für diesen Gletscher gibt sich irgendwie zu stabilisieren oder gar wiederzuwachsen.

00:09:34: Sollten die Bedingungen besser sein?

00:09:37: So wie diesem Gletschen geht es dem meisten Gletschenden Ostalpen.

00:09:41: ihre Tage sind gezählt.

00:09:42: wir erwarten bis zwanzig fünfzig mittlerweile eine Rückgang auf eine Fläche von etwa zehn Prozent der gesamten Gletschafläche die wir heute noch haben und einen Fluss von etwa ein Drittel aller Gletscher in den nächsten fünf Jahren.

00:10:02: Dass dieser Rückgang besonders in den hochgelegenen Teilen sehr rasch geht, wo man annehmen würde das Eis noch längere Lebensdauer hat erklärt sich dass das Eis oben eben nur wenige Meter Dick ist, dick sind Gletscher nur an Stellen wo Eisbewegung stattfindet an den Gletschern Zungen.

00:10:20: Wenn wir hier das Jahr zwanzigzweiundzwanzig ansehen auf zwanzigtreiundzwanzig haben wie im Vordergrund einem massiven Verlust an diesen Eisfeld.

00:10:29: Sie sehen es gibt neue Seen Es gibt sehr viel locker Material das zur Murmbildung führen kann.

00:10:36: Das Gestein ist der Sonne ausgesetzt wird labil.

00:10:40: Im Hintergrund sehen sie an der hinteren Jamnsch bisschen die Felsstürze und diese hochgelegenen Eisflächen werden eben sehr bald verschwinden.

00:10:49: Im vorigen Jahr war das erste Jahr, wo man ohne Eisberührung auf den Großglockner gehen konnte – so dürfte sich der Zerfall unvermindert fortsetzen.

00:11:01: Gletschermessungen sind unter diesen Verhältnissen sehr schwierig

00:11:05: geworden.".

00:11:06: Die klassische Methode des Bohren von Schmelzbegeln im Eis scheitert daran, dass das Eis sehr stark mit Schutz bedeckt ist.

00:11:14: Das hinunterrutscht die Pegel abreißt es gibt nur mehr wenige Stellen, die dick genug sind um diese Pegel überhaupt zu installieren und das Eis schmilzt von unten und von oben.

00:11:25: wir haben also die doppelte Schmelzerate im Vergleich zum Beispiel zu den.

00:11:33: Das Landschaftsbild ändert sich im Hochgebirge so markant, dass wir selbst beim Gletschermessen Schwierigkeiten haben Punkte wiederzuerkennen.

00:11:42: Auf der linken Seite sehen Sie den Pegeltreizem im Jahr zwanzig vierundzwanzig.

00:11:47: Eine kleine Spalte zeigt an, dass der Untergrund relativ nah ist aber es geht innerhalb eines Jahres das sie an dieser Stelle auf einem Schutthaufen stehen da sich hier Tod als Reste befinden also unbewegtes Eis das insofern schwierig werden kann dass ich diese Hohlräume darin mit Wasser füllen und die Auslösemechanismen für Muren dienen, weil auch durch stark Niederschläge die ehemaligen Abflussgerinde des Gletschers das Niederschlagswasser kanalisieren und hier wie durch eine Düse der Sand nach unten gespritzt wird.

00:12:25: Der Gletscherrückgang geht auch deswegen so schnell, weil ihm diese sehr dünn gewordenen Eisflächen zerbrechen in Einzelteile und diese Einzeltheile sehr rasch zurückgehen.

00:12:37: Wenn wir die gesamte Gletscharfläche betrachten.

00:12:41: Hier in Grün, die Flächen über zwanzig Meter dicke dargestellt im Jahr twenty-sechzehn, dann sind nur sehr wenige Teilbereiche des Gletscher so mächtig dass sie mehrere Jahre der Schmelze trotzen können.

00:12:57: Große Teile der Gletscha sind sehr dünn.

00:13:01: Sie können sich das vorstellen wie ein Spiegelei.

00:13:03: es bleibt ein kleines Ei übrig die großen Flächen gehen verloren Und so zerfallen die Gletscher in sehr viele kleine Einzelteile, die noch etwas Wasser liefern.

00:13:20: Die aber sehr rasch vom umgebenden Schutt überspült werden und hier vielleicht in den nächsten Jahrhunderte oder Jahrtausende überstehen, um wieder schnell zu gletschen zu werden wenn es wieder kälter werden sollte.

00:13:38: Das hängt davon ab, wie die Klimazukunft insgesamt weitergeht.

00:13:43: Ein Großteil der sehr kleinen Gletscher Österreichs besteht mittlerweile nur mehr aus solchen kleinen Eisresten.

00:13:52: Das ehemalige Vierengebiet das ich noch vor zwei bis drei Jahren hier in dieser Mulde befand ist schon frei geworden und an der Gletschersunge hält sich hartnäckig ein kleiner Eisrest der wahrscheinlich erst im heurigen Sommer abschmelzen wird.

00:14:09: Für die Natur gefahren relevant ist dieses Gletscher Vorfeld hier, wir sehen zwei kleine Seen.

00:14:15: Wir sind ein Abflusssystem.

00:14:17: in diesen Substraten können sich eben Thermocast-Sehen bilden, die zum Teil noch mit einem Eisdamm aufgestaut sind und wo wir erwarten können dass dieser Eisdarm in den nächsten Jahren auch labil werden kann.

00:14:34: Selbst die höchsten Gipfel Österreichs, wie hier die Weißkugel in den Öztaler Alpen.

00:14:40: Der Name daher rührt, dass sie vollkommen Eis bedeckt war und ein Runder-Eispanzer war, stellen sich mittlerweile sehr in einer Prekärenlage dar.

00:14:51: Die ehemaligen Akkumulationsgebiete, wo wir Firmen hatten, sich neues Eis bilden konnte sind mittlerweile blank geworden.

00:15:01: Die Flanken sind ausgeabert Und dieses Eis, das hier oben am Untergrund angefroren ist – es ist in den Hochlagen dann unbewegt – taut schön langsam auf.

00:15:15: Das heißt aber auch, dass diese Bergflanke unter diesem angefrorenen Eis aus Permafrost besteht, ist sehr steil und das sind klassische Situationen wo Bergstürze aufs Eis abgehen können die in Folge relativ weitreichende Massenbewegungen auslösen.

00:15:37: Auch hier wieder dieses Bild der letzten Jahre kleine Eisreste im steilen Gelände über Lokoselemente.

00:15:46: Und man kann sich vorstellen, dass die Herausforderung für Österreich, wo wir auch sehr viel Infrastruktur im Hochgebirge haben.

00:15:54: Skigebiete im Hochgebäude haben, Straßen im Hoch- gebirge besonders groß ist.

00:16:02: Abflüsse aus Thermokaszenen, Murbewegungen können auch bei schönsten Wetter stattfinden.

00:16:07: Weil diese Blasen sehr schwer vorher zu sagen sind wenn sie wirklich sich entleeren.

00:16:15: Wir kennen Gletscher hochwässer eigentlich bisher nur aus der kleinen Eiszeit also aus der Zeit bis etwa wo die vorstoßenden Gletscher Seen aufgestaut haben oder aus den Hochtälern des Himalaya, wo in den letzten Jahren Gletschervluten einige Dörfer ausgelöscht haben.

00:16:36: Weil dort die Fallhöhe natürlich sehr viel höher ist als sie bei uns sind und auch das Ereignis im vorigen Jahr in der Schweiz, dass ja also eine Kombination von Auftagen vom Permafrost- und Felssturz auf das Eis erfolgt ist Klassisches Beispiel dieser Ereignisse.

00:16:57: Das Anpassen der Infrastruktur im Hochgebirge muss relativ schnell gehen.

00:17:03: In den österreichischen Alpen ist es nur eine Frage von wenigen Jahren, bis die derzeitigen Gletscher-Skigebiete völlig ohne Eis auskommen zu hoch gelegenen Skigebieten werden, die immer noch einen Schneeteckenvorteil haben also wo länger Schnee liegt als in den tiefen Lagen und wo die Beschneigungsbedingungen meistens besser sind.

00:17:29: Insgesamt, der Ski-Tourismus leidet zwar unter einer Verkürzung des Schneedeckels andauert, des Schneetages und der Schneedeckemächtigkeit aber insgesamt ist der Kernwinter in den Höhenlagen über tausendfünfhundert Meter relativ stabil vorhanden verkürzt um wenige Tage pro Jahrzehnt Diese Eisreste, wie Sie hier sehen auch den schuttbedeckten Teil auf dieser Seite werden wir die nächsten Jahrzehnte vermutlich weiter in den Hochlagen beobachten können.

00:18:08: Es wird einige Jahrzehn dauern bis sich diese Gebiete stabilisieren.

00:18:14: es dauert etwa achtzig Jahre bis die Pflanzen soweit nach Rücken bis eine Bodenbedeckung von achtzig Prozent erreicht ist.

00:18:24: Diese Bildung von neuen Seen in den Hochlagen ist etwas das auch der Siedlungsgebiet betrifft, wir haben hier im Bilderstubeital dargestellt mit verschiedenen Arten vom Gletschersehen die hier hintereinander geschaltet sind, die auch im Zuge von Starkniederschlägen ausbrechen können.

00:18:47: Und hier ein anderes Beispiel aus den Stubeialpen von schuttbedecktem Eis.

00:18:52: Also das ist nicht nur Schutz, sondern da befindet sich Eis drunter.

00:18:57: Das ist hier an dieser Kante sichtbar und diese Drichter zeigt an die es sich hier in Wasserbecken befunden hat dass ausgebrochen ist.

00:19:06: Diese Situation kann im Prinzip auch am Hallstädter Gletscher auftreten sogar Unter Umständen verschärft durch die Dolinen, die sich oben im Kastuntergrund befinden.

00:19:20: Das Nachwachsen der Vegetation am Dachstein geht etwas langsamer vor sich als im Urgestein.

00:19:28: was sowohl im Kalk als auch im Urgestein der Fall ist, ist die Bildung von Permafrostkörpern in diesen locker Materialien wie hier.

00:19:40: Es gibt hier ein Lokomaterial, das schon seit Jahrzehnten relativ stabil liegt.

00:19:47: Das von Gras bewachsen ist.

00:19:49: in Alaska finden sich solche Formen auch mit Wäldern.

00:19:52: oben da gibt es Waldbrände auf solchen Strukturen und unten drin haben wir noch eine schöne homogene Eislinse Reste eines verschütteten Gletschers, wie man hier an diesen Bandsstrukturen sieht.

00:20:08: eine jahre Schichtung die wir hier finden.

00:20:11: Das ist ein Gletscher der sich um eighteenhundertfünfzig gebildet hatte auf einem Blockgletscher, der wiederum einen älteren Gletsche überlagert und diese vielschichtiges Struktur macht es relativ schwierig diese Untergrundsbedingungen jeweils zu erfassen.

00:20:30: Das Auftan vom Permafrost geht auf ganz verschiedene Art von Statten.

00:20:36: Hier der kleine Piz Buin, auf der Vorarlberger Seite der Silvretta also eigentlich die Schweizer Seite des Silvrettas, die hier gezeigt ist bröselt langsam und kontinuierlich vor sich hin.

00:20:48: es gibt permanenten Steinschlag.

00:20:51: Der Berg entledigt sich seiner losen Schichten ähnlich wie bei einem Sonnenbrand, schält er sich.

00:20:58: Bis die das lockermaterial weg ist.

00:21:00: eine andere Form des Bergsturzes ist auf dem Fluchthorn im Tirolertal der Silhouette passiert wo der Gipfel in einer Felsgleitung etwa dreißig Meter hoch abgeglitten ist und relativ grossen Ablagerungsfläche alles mitgenommen hat, was dort sich befunden hat.

00:21:28: Sie sehen hier den Gletscher Fluchthornferner Mitte an der dunklen Fläche und auch das oben immer noch aus diesem Eisresten im Fels Schmelzwässer rauskommen diese Bewegung noch nicht endgültig vorbei ist.

00:21:47: Es wurde auch darauf verzichtet, die Landesgrenze zur Schweiz, die hier oben verläuft neu festzulegen weil man davon ausgeht dass sich diese noch verändert.

00:21:58: Landesgrenzen und Gletscher sind Themen die immer wieder auftauchen sei es die Streitfrage wem gehört Ötzi oder Welche Landesfläche steht das Restaurant am Hunakogel?

00:22:15: Es gab ja lange die Markierung der Landesgrenze im Gastraum, was natürlich wichtig ist für die Betriebsstätten-Genehmigung.

00:22:23: Mittlerweile hat sich aber oben die Eisscheide durch den Gletscherrückgang verlagert und im Unterschied zur Grenze zu Italien, wo das zwischen fixen Punkten aufgespannt wurde – die nationale Grenze wurden die Ländergrenzen nicht angepasst, mit dem Effekt dass die Betriebsstätten genehmigung geändert werden musste und auch die Abgaben anders abgeführt werden.

00:22:48: Permafrost ist also die ganz große Unbekannte im Klimawandel betrifft alle Höhenlagen bis hinunter in eine Höhenlage von tausend zweihundert Metern wo wir solide Eisschichten im Untergrund finden Und ich habe Ihnen hier einen Blockgletscher mitgebracht, wie ich gelernt habe in Erinnerung an Professor Wirtoris.

00:23:13: Das ist der am längsten gemessene Blockgletcher der Welt am äußeren Hochhebenkahr in Öztal und Obergurgel.

00:23:21: Prof.

00:23:22: Wirtoris war der längst dienende Glatziologe der Welt auch Mathematiker für mich – für andere Mathematik und auch Glatziloge.

00:23:31: Er wurde hundertvierzehn Jahre alt und hat mit über neunzig Jahren das letzte Mal auf einem Blockgletscher bewackelt.

00:23:39: Wir profitieren heute von diesem langen Zeitrein, die diese Riesen, auf deren Schulden wir stehen gemessen haben weil wir eben genau diese Zeit rein dazu verwenden Änderungen festzustellen.

00:23:55: Zu Zeiten wie ein Tor ist, hat sich das äußere Hoche eben kaum etwa drei Meter pro Jahr bewegt.

00:24:01: Das ist schon sehr rasch für einen Blockgletscher.

00:24:04: Mittlerweile hat dieser Blockgletscher hundert Meter pro Ja erreicht und das relativ rasch.

00:24:10: wir sehen hier im Gelände diese Kante der Block Gletscher endet hier unten.

00:24:16: Diese Scholle hat sich losgelöst.

00:24:19: Ein Bild von dritten zweiten zwanzig fünfundzwanzig Und ein Monat später ist diese Kante schon ziemlich nach unten gerutscht.

00:24:30: Das geht relativ rasch, dass der untere Teil abgleitet und zum Beispiel die Straße verschüttet.

00:24:44: Es ist nicht nur das Eis der Blockgletscher, da es sich in Bewegung setzt – hier sehen Sie die gesamte Block-Gletscherzunge, die hier in Bewegungen ist im Vergleich dazu die Straße zeigt die Dimension eines solches Ereignisses sondern auch an dem Bergflankenpermerfrost wie dieser unscheinbare Haufen, der ebenfalls die Struktur mit den schwarzen Fallstreifen zeigt.

00:25:12: Es sind sehr viele Teile im Hochgebirge, die momentan ihre Bewegung verändern und es ist nicht ganz einfach hier den Überblick zu behalten.

00:25:29: Früher, sehr schnellen Gletscher um die Jahre, als hier das Hochwasser noch gestanden ist.

00:25:37: Sind ja die Gletschern vorgestoßen aufgrund dieser starken Niederschläge und haben über hundertundzwanzig Meter erreicht in diesem Fall in den Öztal-Alpen.

00:25:46: Die Gletsche sind nach dem Vorsturz der neunzehnachtige Jahre sehr langsam geworden was den Zerfall forciert.

00:25:54: Die Blockgletscher sind im Gegenzug sehr schnell geworden und sind mittlerweile schneller als die langsamen Gletscher.

00:26:02: Gletsche fließen mittlerweile mit zwei Meter pro Jahr, und die Blockgletscher mit über hundert Meter pro Ja.

00:26:09: Vom Bewegungsmuster her ist es auch schwierig diese Bewegungsformen zu detektieren weil immer nur kleine Teilschollen wie hier in Grün sich loslösen in rasche Bewegung kommen und sie können sich vorstellen, dass es sehr auf den Algorithmus darauf ankommt dem man hier verwendet um so eine Bewegung schon von Beginn an zu detektieren.

00:26:34: Ich habe ihnen auch angenehme Dinge mitgebracht zum Beispiel Blumen die sich diesen neu freigewordenen Raum sofort zurückgehobern.

00:26:45: schon drei Jahre nach dem Abtau des Eises finden wir etwa zwanzig verschiedenen Erden Und die Lärchen, die mittlerweile aufkommen sind relativ hoch.

00:26:56: Wo sieben nach Steinwüste war finden wir heute eine fast geschlossene Variationsdecke was wichtig ist für den Erosionsschutz.

00:27:07: Bei Starkniederschlägen binden die Wurzeln den Untergrund.

00:27:12: je mehr verschiedene Arten wachsen desto besser ist die Verfestigung des Untergründes und es ist auch gut dass diese Neubildung von Vegetationsdecken nicht nur an den Gletscher Zungen aufhört, sondern auch die größten Höhenlagen erfasst.

00:27:29: Die Gefäßpflanzen auf dreitausend Metern wachsen auch aufgrund einer besonderen Geschichte dort.

00:27:37: Wir haben ja vor etwa sechstausend Jahren weitgehende eisfrei Zustände im Alperraum gehabt und Auf diesen alten Humospöden sowie hier im Bild wachsen neue Pflanzen besonders gut.

00:27:52: Es war also zwar einige Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte das Eis über diesen Böden aber es hilft heute bei der Begrünung um eben die Artenzahl, die etwas langsamer ansteigt als der Anteil der bedeckten Fläche nach oben zu bringen und hier sehr wirksam vor Erosion zu schützen.

00:28:19: Für den hohen Dachstein gibt es ebenfalls Messungen von alten Böden, die sich hier finden.

00:28:26: Die unter dem Gletscher begraben waren.

00:28:29: diese Altenböden des Dachsteins sind allerdings wesentlich älter als die in der Silvretta und datieren aus dem Zeitraum von etwa drei tausend sechshundert vor Christus bis etwa viertausend zweihundert Vor-Christus damals eben im Vorfeld des heutigen Hallstädter Gletschers relativ gute Vegetation gestanden hat.

00:28:59: Es gibt im alten Raum sehr viele Sagen, die darauf hindeuten dass es sehr rasche Klima-Eindrungen gibt und rasche Klima Änderungen sind etwas das in den letzten Jahren verstärkt beforst wird, weil auch diese raschen Klimaänderungen es sind die sich mit diesem anthropogenen Klima Änderungen aufschaukeln können und für uns Menschen ein Problem darstellen.

00:29:26: Weil wir langsam sind darin uns anzupassen.

00:29:32: Ein Teil dieser Sagen, die es im Alpenraum gibt zu Vergletscherungen, zu sehr raschen Vorstößen von kalter Luft zur Neubildung von Gletschern auf so weise Frauenfiguren, Naturgottheiten aufgebaut die die Landschaft schützen.

00:29:52: und Freifler bestrafen, indem sie die Landschaft mit Eis verzaubern.

00:29:58: Es gibt aber auch eine christlich geprägte Motivlage wo ein strafender Gott die Sünder bestraft.

00:30:06: Interessanterweise über Weiteteile der Alpen relativ gleichlautend was die Beschreibung der Metrologie dahinter betrifft.

00:30:17: Im Jamntalferner haben wir historische Berichte über Pässe, die neu verschneit werden.

00:30:24: Im Öztal gibt es ein verschüttetes Dorf ohne Nehe beziehungsweise Tannene und am Gurklerferner eine sehr reiche Stadt, deren goldene Löffel verschüdt wurden weil Bettler nicht erhört wurden.

00:30:40: das Goldbergkäse und das Wiesbachhorn litten unter einem Erbschaftsstreit und wurden deshalb aus Strafe vergletschert.

00:30:50: Und auf der übergossenen Alm gibt es ebenfalls ein christliches Motiv dabei, dass eben mit Butterkegel gespielt wurde auf einer sehr übigen reichen Alm am Hochkönig und aus Strafen für diese Verschwendung Gott den Gletscher übernacht zuschneiden ließ, also es schneite und schneitte und hat nie mehr ausgeabert.

00:31:22: Jetzt interessiert uns natürlich für diese Idee des raschen Klimawandels ob so etwas prinzipiell denkbar ist.

00:31:33: das betrifft ja alles Zeiten für die es noch keine direkten Aufzeichnungen gibt und es gibt eine sehr schöne Methode wie man das nachmessen kann.

00:31:42: indem er den Bodenradikarbon Gletscher der übergossenen Alm findet sich tatsächlich eine Menge von Böden und auch Eis, das man datieren kann.

00:31:57: Die Eisdatierung ist schwierig dort aufgrund der tiefen Lage.

00:32:02: Das geht prinzipiell mit Argonn.

00:32:05: Man sucht immer wieder im Eis eingebundene organische Stoffe die man C-IV datieren Blatt, aber auch Sie sehen hier diese ganzen schwarzen Flecken.

00:32:18: Unter diesem Sediment das Eis bedeckt war findet sich an sehr vielen Stellen Humus und dieser Humus datiert aus Zeitepochen zwischen ungefähr.

00:32:37: Wir wissen am Ende dieser Epoche kommt Rupertus und Christianisiert diese Gegend.

00:32:46: Und daher rührt auch wahrscheinlich die christliche Überprägung dieser Geschichte, es gibt auch im Tennengebirge nachweise archäologische Nachweise dass die Nutzung von Almen eingestellt wurde relativ rasch und für viele Jahrzehnte in etwas tieferer Lage.

00:33:05: Das heißt aber, dass es unter Umständen tatsächlich möglich ist, dass das in den Ostalpen zu sehr raschen Klimaänderungen kommen kann.

00:33:17: Man könnte sich denken, das ist ja toll!

00:33:19: Das kann uns vor der anthropogenen Erwärmung retten, die hier diese letzten Eisreste gerade wegschmilzt.

00:33:29: Allerdings ist es schon so, dass trotz dieser Vielzahl von Nachweisen von diesen hochgelegenen Böden eine starke Problematik darin steckt.

00:33:45: Dass immer wieder diskutiert wird ob zum Beispiel das Abschwächen des Golfstroms zu raschen Klimaänderungen führen kann und falls diese Klima Änderungen durch die anthropogenie Erwärmung tatsächlich so aussehen, dass es im Alpenraum zu einem wirklich wärme Gewitter kommt an Tagen wie heute.

00:34:08: Man muss sich das vorstellen – die Beschreibung ist so auf der Marmelade, dass die Hütten auf dem Marmeladen mit samtem Menschen drinnen eingeschneit werden und man weder die Hüte noch die Menschen jemals findet.

00:34:23: Also wenn solche Witterungsereignisse möglich sind, dann ist das für uns im Alpenraum tendenziell eine sehr schlechte Nachricht aufgrund eben dieser Plötzlichkeit der Änderung.

00:34:40: Was wir derzeit beobachten in Hochgebirge, ist ein völliges Auf den Kopfstellen aller Witterunsregeln wie sie in den letzten Jahrzehnten gewohnt waren, auch als Wissenschaftler.

00:34:51: Wir haben ihm am ersten Mai die Messung der maximalen Schneehöhe durchgeführt.

00:34:56: Die maximale Schneehöhre am ersten Mal im Maizwanzig-Fünfundzwanzig sah so aus, dass die Gletscher schon blank waren und geschmolzen sind.

00:35:05: Heuer im Winter hatten wir am hohen Dachstein statt sieben Meter Schnee nur zwei Meter fünfzig Schnee.

00:35:12: Und das sind Dinge, die wir vor wenigen Jahren nicht für möglich gehalten hätten, wo man ob das jetzt ein Vorbot eines neuen Klimanormals ist, dass in dem Modell nicht berücksichtigt wurde oder nur eine Laune der Witterung.

00:35:28: Weil gleichzeitig auch die Meeresoberflächen sehr hoch temperiert sind und es eine Abfolge von Extremen Ereignissen auch im Hinblick auf die Meeressirkulation und man also abwarten muss, welcher Mechanismus hier wirklich schlagend wird.

00:35:46: Was man sieht ist dass sich der Untergrund markant aufwärmt das am ersten Mai auch schon die Massenbewegungen beginnen wo früher noch Schnee gelegt ist, sich die Felsen sehr weit hinein aufwernen in den letzten Jahren wirklich extrem geworden sind.

00:36:12: Wir haben für ein Jahrtausendeignis gehalten, mittlerweile haben wir sehr viele solche Jahrtaussendeignisse erlebt und die Masse, die hier verloren gegangen ist kommt nicht wieder auch wenn sich das Klima wieder auf einen Mittelwert einpendeln würde.

00:36:34: Ich habe jetzt im Vorfeld dieses Vortrags wie fast bei jedem Vortrag wieder die Modellierungen aktualisieren müssen, weil sich eben die Lebensdauer der Alpengletscher quasi mit jeder Verbesserung des Modells weiter verkürzt.

00:36:51: Die Messungen sind aber immer noch über den... im Verlust höher als die Modellierungen.

00:37:01: Die Temperaturen steigen in den Alpen deutlich stärker an, als im globalen Mittel und wenn wir hier in Rot das zwei-Grad-Szenario sehen Und auf der rechten Seite den Niederschlag betrachten, sehen wir dass in den Modellen keinerlei Niederschlagsvariabilität drin ist.

00:37:22: Wir wissen wie haben im Alpenraum aber ein Niedresschlagsdefizit von bis zu sechzig Prozent gemessen in den letzten Jahren war es auch zu diesen sehr niedrigen Grundwasserpegeln führt.

00:37:33: mit diesem schon etwas älteren Modell haben wir am Ende des Jahrhunderts im zwei-Grad-Szenario unten fast nur mehr schwarze Gletscherflächen, also minus hundert Prozent.

00:37:46: Einige Gletschereste noch an der Pasterze und in den Westalben am Mont Blanc.

00:37:56: Die neueren Gletscharmodelle gehen beim Zweigrad- Szenario davon aus dass die stärksten Änderungen jetzt wirklich in den nächsten Jahren zu verzeichnen haben, einst Komma Fünf-Grad-Szenario vier Grad Szenario und wir sehen das um zwanzigvierzig wir schon bei nur mehr zwanziger Prozent der Gletscherfläche in etwa zu liegen kommen.

00:38:26: Jetzt haben wir heuer noch zwei Gletscherinventare, also Messdaten publiziert.

00:38:32: Wir haben dreißig Prozent der Gletschervläche verloren innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte in Österreich und von den Flächenverlusten her sehen wir das zwischen diesen Gletscharinventaren zweitausend AGI-Fünf ist ungefähr in den letzten Jahren, hier.

00:39:00: Und AGI drei ist im Jahr two thousand six und das jetzige Gletschen zeigt einen markanten Verlust von hochgelegenen Eisflächen.

00:39:13: Das heißt es ist ein Rückkupplungsalgorithmus.

00:39:16: auch wenn es oben schneiden würde haben wir oben gar keine Eisfläche mehr auf denen sich Eis neu bilden könnte.

00:39:26: und wer sich wundert, warum hier unten auf einmal Fläche dazukommt.

00:39:30: Das ist weil die Gletscherzungen in Österreich bis zu vierhundert Meter dick waren so stark ausgedünnt sind dass sie nun mehr viel mehr tief verliegen.

00:39:39: was bedeutet das?

00:39:41: Wir haben einen Temperaturanstieg von etwa eine Null Komma Sechs Grad Celsius pro hundert Meter.

00:39:46: wenn eine Gletscher Zunge einsinkt dann spürt sie an der Oberfläche natürlich noch mehr Hitze, als wenn sie höher wäre.

00:39:56: Hier gibt es also einige Rückkopplungsalgorithmen die schlagend werden und die dazu führen dass heuer zum Beispiel allgemein erwartet wird das die Pasteur als größter Gletscher Österreichs abgelöst wird durch den Geppertschferne in den Öztal Alpen.

00:40:13: weil die Zunge abreißen dürfte Wenn wir etwas weiter zurückschauen in die Klimageschichte, da gibt es verschiedene Möglichkeiten wie man das tun kann.

00:40:23: Schaue ich immer sehr gern diese Moorprofile an wie es eins gibt Oberfernau Dresdenhütte Stubeir Gletscher also stubeir gletscher Skigebiet.

00:40:35: hier hat sich oben ein Gletschar immer wieder gebildet gehabt und ist verschwunden.

00:40:42: Die Hellenselemente unten wurden eingetragen durch das Gletscher Wasser, zeigen kühle Perioden an.

00:40:51: die schwarzen Flächen bedeuten dass es damals keinen Gletschern gab und das Moor ungehindert wachsen konnte.

00:41:02: Das Profil beginnt also Am Anfang des Holozins, nachdem der See, der da aufgestaut war, abgeflossen ist in diesem See Baumstämme geschwommen sind die hier oben im Hang gestanden haben.

00:41:16: beginnt mit einer sehr warmen Periode, dem Mittelholozenen Optimum.

00:41:21: Aber am Ende dieser Warmzeit sehen wir einen starken Wechsel von hellen und dunklen Schichten.

00:41:27: Und das sind sehr turbulente Klimazeiten.

00:41:30: Man muss sich vorstellen wie es bei uns aussehen würde wenn sich abwechselnd ein Gletscher bildet der sofort wieder verschwindet heiß kalt.

00:41:37: man muss sich vorstellen wenn man die Schneeräumung der Gemeinde planen müsste werden schwierige Zeiten weil man weiß nicht ob man sehr viele oder sehr wenige Räume Geräte braucht in nächster Zukunft.

00:41:48: Und das ist die Problematik, die auch mit dem Klimawandel einhergeht, dass man ja nicht genau weiß wo die Reise hingeht wenn wir diesen Korridor des Bekannten verlassen.

00:42:01: Mittlerweile wurde auch von der Geosphere Oschern nachgewiesen – das ist wirklich eine messbare Anstieg bei starken Niederschlägen gibt sowohl was die Häufigkeit betrifft als auch die Menge des Niederschlags, die hier kommt.

00:42:18: Und das bedeutet für uns im speziellen für die Dachsteinregion hier am Alpen Nordrand eine verstärkte Neigung zu Moorgängen und Hochwässern.

00:42:29: Verstärkt wird die Problematik dadurch dass seit der Alpenraum besiedelt ist, die Bevölkerungszahl einerseits stark ansteigt.

00:42:43: Hier ein Beispiel aus dem Tiroler Patsnauen, Galtür und Ischgl, wo sowohl die Anzahl der Bewohner sehr stark anstiegt nach als auch die Anzahl der Gäste und damit das Verkehrsaufkommen in der Region.

00:43:01: unser Anspruch Straßen im Betrieb zu nehmen, Straßen sicherer und planbar im Betrieb zu nehmen.

00:43:09: Und dass natürlich Herausforderungen birgt für die Sicherheit dieser Straßen und des Geldes wir in Verbauungen investieren.

00:43:21: Wenn man die Flächen anschaut, in dieser Zeit oben, auf der linken Seite Galtür und auf der rechten Seite Ischgl.

00:43:30: So sieht man in den fünftiger Jahren einige einzelne Häuser.

00:43:34: Die Natur, die Bäche haben sehr viel Platz sich auszubreiten, Material zu transportieren und auch wieder abzulagern ohne große Schäden an der Infrastruktur zu verursachen.

00:43:46: ist das Gebiet sehr dicht besiedelt.

00:43:49: Rund um die Fließgewässer relativ dichte Bebauung, wir haben auch besonders in Ischgl hier große Asphaltflächen und nach wie vor einen Gletscherbach der durch diese Dörfer fließt.

00:44:05: man kann sich vorstellen dass wenn es dasselbe Ereignis in beiden Fällen gibt haben wir heute sehr viel größere Schäden als es damals gewesen wäre.

00:44:17: Und das ist eine der Problematiken, mit denen wir uns in den nächsten Jahren beschäftigen werden müssen wie man Risiko in der Gesellschaft verteilt ob es eine Versicherungspflicht geben wird oder Man einzelne Menschen quasi ihrem Schicksal überlässt, die an Orten leben.

00:44:37: Die vielleicht früher sicher waren aber heute unter der Zeit in Klimabedingungen nicht mehr so sicher sind wie wir es gerne hätten.

00:44:45: Jetzt leben wir noch in einem relativ guten Teil der Erde mit einem... guten Polster, dass sich die Generationen vor uns erarbeitet haben.

00:44:56: Für andere Regionen der Erde schaut das anders aus.

00:45:01: hier gibt es kein Geld um in Schutzmaßnahmen zu investieren und relativ wenige Ressourcen.

00:45:08: Das ist ein Bild des Klimawandels also einer sehr trockenen Region in den Anden wo ohnehin das Leben schon sehr karg ist und ich denke, wir können es alle glücklich schätzen.

00:45:21: Das ist uns hier bei allen Herausforderungen die der Klimawandel für uns auch darstellt insofern besser geht und ich denk' es ist wichtig hier nicht nur innerhalb unserer Gesellschaft sondern auch mit anderen Solidarität zu zeigen.

00:45:36: Nun wurde mir von Informanten eine Grafik zugespielt der Wassertemperatur des Traunsees, die ich heute selbst nachgetestet habe auch und die Tage mit Wassert Temperatur über zwanzig Grad steigen.

00:45:56: Auch im Traunsinn markant an.

00:45:58: wir wissen alle dass es für die Ökosysteme im Wasser eine Herausforderung darstellt sich anzupassen.

00:46:09: angeänderte Bedingungen.

00:46:11: Es betrifft sämtliche Fließgewässer, sowohl die der Tiefenlagen als auch die der Hodenlagen und das sind zum Beispiel Phänomene des Klimawandels, die sich nur schwer im Vorhinein abschätzen lassen welche Parasiten, welche Lebewält hier entsteht.

00:46:32: Wie man sich hier anpassen muss?

00:46:36: Es gibt ja mittlerweile auch Probleme mit eingeschleppten Muscheln die hier heimisch werden, Probleme mit Neofüten in der Vegetation und diese Herausforderungen können wir jetzt erst erahnen wie sich entwickeln werden.

00:46:55: Klar ist, dass insbesondere im derzeit noch vergletscherten Hochgebirge sich sowohl das Wasser dargebot als auch die chemische und physikalische Zusammensetzung des Wassers derzeit stark ändert.

00:47:09: Und ich habe diese Woche von meiner Salzburger Kollegin von der Giosphere gehört.

00:47:15: Bislang sind wir davon ausgegangen, diesen Bereich am Nordrand des Alpens kein Wasserproblem bekommen werden, weil das Niederschlagsdargebot sehr reichlich ist.

00:47:26: Momentan stehen wir vor der Situation dass das Nieder Schlagstaggebot auch sehr gering ist.

00:47:32: Das gab es zwar auch schon einmal in der Kühlenperiode der kleinen Eiszeit dreißige jährige Türen und Trockenperioden heiße Witterungen Aber eben ist es diese Launigkeit des Wetters, die sich in Zeiten von starken Veränderungen zu verstärken scheint.

00:47:50: Und deshalb denke ich dürfen wir nicht nur davon ausgehen dass es immer wärmer wird sondern wir müssen damit rechnen das es auch turbulenter wird.

00:47:59: und damit bedanke ich mich und zeige Ihnen noch einmal einen kühles Bild.

00:48:04: Und er hoffe, sie haben sich auch an diesen schönen Bildern aus dem vergletscherten Bereich noch erfreut und ich denke es ist jetzt eine gute Gelegenheit nochmal für zehn oder fünfzehn- oder zwanzig Jahre die Gletscher hier am Dachstein zu genießen und bei aller Misslichkeit, die wir nicht mehr aufhalten können was den Rückgang der Gletsche betrifft auch zu freuen über die Schönheit der Natur.

00:48:38: Ich selbst habe durchaus Hoffnung, dass wir es schaffen das Ruder herumzureißen und sich die Gletscher gegen Ende dieses Jahrhunderts im Ostalpenraum beginnen eventuell sich neu zu bilden wenn die Temperaturen diese raschen Anstiege die jetzt schon auf China stehen wieder etwas nach unten gehen.

00:48:58: vielen Dank.

00:49:02: Unsere nächsten Veranstaltungen finden Sie im Veranstaltungskalender unter akademietraumkirchen.com.

00:49:09: slash events.

00:49:11: Wir freuen uns, sie bei einem der nächsten Vorträge an der Internationalen Akademie Traumkirche zu begrüßen Denn

00:49:18: Wissenschaft

00:49:19: Begeisterung.

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