IAT-Science-Cast Folge 02 Bodenverbrauch und Resilienz – Herausforderungen und Lösungswege

Shownotes

Vortrag: Bodenverbrauch und Resilienz – Herausforderungen und Lösungswege
Vortragender: Prof. Gernot Stöglehner, Institut für Raumplanung, Umweltplanung und Bodenordnung (IRUB) der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU)
Datum: 07.03.2025

Wie wir als Gesellschaft resilient, also widerstandsfähig gegenüber Krisen und Schocks sind, hängt wesentlich davon ab, wie wir unser Leben im Raum organisieren und wie wir unsere Städte und Orte sowie die Infrastruktur dazwischen errichten und nutzen. Prof. Gernot Stöglehner stellte uns vor, was räumliche Resilienz ist, wie sie mit Themen wie Klimaschutz, Klimawandelanpassung und Bodenverbrauch in Verbindung steht und wie sie in politischen Entscheidungen der Raumplanung und in persönlichen Alltagsentscheidungen berücksichtigt werden kann, denn die räumlichen Voraussetzungen beeinflussen unsere Entscheidungen genauso wie unsere Entscheidungen räumliche Strukturen beeinflussen.

Zur Person:
Gernot Stöglehner ist Professor für Raumplanung an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Leiter des Instituts für Raumplanung, Umweltplanung und Bodenordnung (IRUB) und Koordinator des BOKU-Energieclusters. Zu seinen Fachgebieten zählen nachhaltige Raumplanung und Raumentwicklung, Energiewende und Energieraumplanung, Flächeninanspruchnahme für Bauland und Infrastruktur, Resilienz in der Raumplanung, Klimaschutz und Klimawandelanpassung mit raumplanerischen Mitteln, Umweltplanung, strategische Raumplanung und die damit verbundene Entwicklung von Planungsmethoden und Planungsinstrumenten.

Mehr dazu:
https://www.akademietraunkirchen.com/podcast-folge-2-bodenverbrauch-und-resilienz-herausforderungen-und-loesungswege/

Transkript anzeigen

00:00:02: Wissenschaft

00:00:03: Begeisterung.

00:00:04: Internationale Akademie Traumkirchen.

00:00:07: Guten Tag und herzlich willkommen.

00:00:10: Schön, dass Sie dabei sind.

00:00:12: Im Sinne unseres Motos Wissenschaft, Begeisterung freuen wir uns Ihnen den Vortrag von Universitätsprofessor Gernot Stöglena vom siebten März, an der internationalen Akademie Traunkirchen mit dem Titel Bodenverbrauch und Resilienz Herausforderungen und Lösungswege präsentieren zu können.

00:00:34: Gernot Stöck-Lehner ist Professor für Raumplanung an der Universität für Bodenkultur Wien und Leiter des Instituts für Raumplanung, Umweltplanung und Bodenordnung bzw.

00:00:47: Koordinator des BOCO Energieklusters.

00:00:51: Zu seinen Fachgebieten zählen nachhaltige Raumplanung und Entwicklung, Energiewende und Energieraumplanung.

00:00:59: Die Folien dazu finden Sie online auf unserer Homepage unter akademietraumkirchen.com.

00:01:05: slash Vortragsfolien.

00:01:07: Wir wünschen Ihnen eine spannende und aufschlussreiche Nachhörmöglichkeit.

00:01:14: Vielen herzlichen Dank.

00:01:15: Ich habe eine so wunderbare musikalische Umrahmung noch nicht für einen Vortrag gehabt, zumindest nicht für einen Abendvortrag.

00:01:23: Und bedanke mich auch ganz herzlich für die Einladung.

00:01:26: Freu mich, dass ich hier sein kann bei Ihnen.

00:01:28: auch als gebürtiger Oberösterreicher, komme aus Freistaat ursprünglich und ihnen ein bisschen was über das Thema erzählen kann, das mich sowohl als Forschänder als auch, sagen wir mal als Mitglied der Zivilgesellschaft massiv bewegt.

00:01:43: Das ist das Thema Bodenverbrauch, ist eines der wesentlichen Kernthemen für die Raumplanung natürlich massiv zuständig ist, sagen wir mal so und wo natürlich auch vieles durchaus auch im Agen liegt, das muss man auch sagen.

00:01:57: Ein zweites großes Thema ist Klimaschutz, Energiewende und das Ganze hat dann natürlich sehr viel damit zu tun, wie wir unseren Raum gestalten.

00:02:08: Das beeinflusst auf der einen Seite die Umweltbelastungen, die wir auch mit Raumentwicklung verursachen und auf der anderen Seite sind aber auch die Lösungswege drinnen.

00:02:20: und das Kernthema, das mich immer auch beschäftigt, ist, wie können wir das in einer nachhaltigeren Art und Weise machen.

00:02:27: Heute bin ich gebeten worden, Bodenverbraucher ein bisschen im Kontext von Resilienz zu setzen und darüber ein bisschen zu sprechen.

00:02:37: und Resilienz Das kennen wir aus sehr vielen verschiedenen Gesichtspunkten.

00:02:43: Das kann aus der Psychologie die individuelle Resilienz sein.

00:02:45: Die Frage, wie geht man um mit persönlichen Krisen?

00:02:48: Das kann in der Ökonomieresilienz sein.

00:02:50: Und jede Branche hat da sozusagen einen eigenen Resilienzbegriff.

00:02:53: Und ich werde mich natürlich aus der Perspektive der räumlichen Planung hier annähern.

00:02:58: Und das ist ganz massiv natürlich auch verbunden mit dem Thema Nachhaltigkeit.

00:03:02: Sie sind hier aufgelistet, nur als Grafik dargestellt, die siebzehn Nachhaltigkeitsziele der Europäischen.

00:03:09: Entschuldigung der United Nations, der UNR, und die setzen sozusagen den Rahmen für nachhaltige Entwicklung.

00:03:20: So frei nach dem Motor, wenn man diese siebzehn Ziele erfüllt, dann wäre man nachhaltig, auch auf globaler Ebene.

00:03:26: Und da steckt einmal das Thema Resilienz zweimal drinnen und zwar relativ prominent, dann auch in den Unterzielen, wenn man vor allem um das Thema Industrie und Wirtschaft geht.

00:03:38: Industry, Innovation and Infrastructure.

00:03:41: Da geht es darum, dass wir uns da resilient entwickeln und vor allem auch hier resiliente Infrastrukturen haben wollen.

00:03:48: Und das Zweite ist das Thema der nachhaltigen Städte und Gemeinden oder Gemeinschaften.

00:03:53: Und auch hier kommt Resilienz ganz massiv vor.

00:03:55: und da sage ich jetzt als Raumplaner, inwiefern wir da resilient sind, hängt ganz massiv davon ab, wie wir unsere Städte.

00:04:04: wie wir unsere Infrastrukturen planen, wie wir unsere Siedlungen auch im Raum auf regionaler Ebene und überregionaler Ebene organisieren.

00:04:11: Und das ist etwas, worüber ich ein bisschen mit Ihnen sprechen möchte oder das diskutieren möchte mit Ihnen.

00:04:19: Ich beginne von der Resilienzperspektive heraus, komme dann zum Bodenverbrauch und werde beides dann miteinander verbinden.

00:04:25: Und bei der Resilienz haben wir verschiedene Arten damit umzugehen.

00:04:30: und das Foto da rechts.

00:04:32: Das ist tatsächlich eins als Japan.

00:04:34: Man sieht es da jetzt nicht rasend gut, aber man sieht eine Riesenmauer und dahinter gibt es einen Hafen und ein Meer.

00:04:42: Und so hat die Küste ausgeschaut vor den großen Flutwellen, wo dann unter anderem auch Fukushima weggeschwemmt wurde und das Atomkraftwerk hier entsprechend betroffen war.

00:04:55: Das waren aber sechshundert Kilometer zerstörte Küste.

00:04:58: Dahinter war nichts mehr.

00:05:00: das hat sie im Umgang mit den Menschenleben gekostet und man hat geglaubt man kann sich schützen indem man eine Mauer baut.

00:05:07: und das ist die Mauer und an dieser Stelle zum Beispiel ist sie gebrauchen, die ist bis zu vier fünf Meter hoch gewesen und ist de facto die ganze Küste, wenn es topografisch notwendig war sozusagen, errichtet worden.

00:05:20: und man hat da das erste Prinzip die Robustheit versucht auszuprobieren, also man hat Krisen, man hat Schocks, auf die möchte man sich vorbereiten, kommen wir gleich noch dazu.

00:05:30: Und man setzt dem etwas entgegen.

00:05:32: und diese Krise war in dem Fall der Zunahme.

00:05:35: Und was wollte man diesem Zunahme entgegensetzen?

00:05:38: Eine Mauer.

00:05:40: Das hat nicht funktioniert, weil der Zunahme war zu groß und der war so groß, dass keiner daran gedacht hat, dass es so einen Zunahme in so einer Größenordnung überhaupt geben kann.

00:05:52: Mit Resilient geht es also nicht nur darum, die Widerstandsfähigkeit zu erhöhen in dem Fall.

00:05:58: was der Tsunami, sondern auch, und das ist wichtig, auch aus einer Perspektive der räumlichen Planung zu überlegen, wie kann man, wenn diese Krise, diese Schock eintritt, wenn das mit der Widerstandsfähigkeit nicht ganz funktioniert, wie kann man dann trotzdem damit umgehen als Gesellschaft?

00:06:15: und damit umgehen heißt, in unserer Perspektive, wie kann man die Grundfunktionen aufrecht erhalten?

00:06:22: Also wie kann man sich ernähren, wie kann man zum Arzt kommen, und so weiter, und so weiter, wie kann man sich so aufstellen, dass die Wohnfunktion möglichst früh wieder in sozusagen funktionsfähig ist.

00:06:36: Und da haben wir zwei Aspekte von Resilienz, die adaptive und die transformative Resilienz, nämlich die adaptive Resilienz bedeutet, dass wir in den Ausgangszustand zurückkehren können.

00:06:53: Das Leben wird manchmal ziemlich aufregend, wenn man zum Beispiel von einem Hochwasser betroffen ist.

00:06:58: Da ist das Thema der adaptiven Resilienz vor allem gefragt.

00:07:00: Also was machen wir normalerweise nach einem Hochwasser?

00:07:04: Wir räumen zusammen, wir räumen weg, wir setzen die Gebäude wieder in Stand und dann geht es weiter in der Hoffnung, dass man sich das nächste Mal besser vorbereitet, besser schützt oder eben auch bestimmte Adaptionen vornimmt, die dann in Richtung transformative Resilienz gehen, nämlich, dass man eine Fähigkeit entwickelt, sich trotz Krisen, trotz Shocks weiterzuentwickeln in Richtung Nachhaltigkeit und die sozusagen diese Krisen und Shocks als Herausforderung sieht, aber auch als Möglichkeit sieht, sich selbst neu zu organisieren und auch den Raum neu zu organisieren.

00:07:37: Das ist bei Hochwässern jetzt relativ selten der Fall.

00:07:41: Das heißt, würde in dem Fall heißen, dass man zum Beispiel absiedelt.

00:07:45: oder dass man andere Maßnahmen im Raum setzt, die den Hochwasserschutz erhöhen.

00:07:51: Aber wir haben andere Themen, die hier auch noch ins Spiel kommen, nämlich die Frage, wie wir zum Beispiel im Licht der Energiewende weiterentwickeln können.

00:08:05: Auch das ist ganz massiv mit Raum und Raumrelevanz verbunden.

00:08:09: Und ich möchte da zwei Dinge unterscheiden, nämlich Krisen und Schocks.

00:08:13: Krisen ist etwas, was langfristig wirkt.

00:08:15: Das sind langfristige Übergänge, die vielleicht nicht einmal eine unmittelbar hohe Schadenswirkung haben, keine, die man sofort bemerkt und die aber auch gleichzeitig bedeuten, dass eine Rückkehr in den Ursprungszustand nicht mehr möglich ist.

00:08:29: Das wäre Klimakrise, das wäre Energiekrise.

00:08:32: Das wäre aber auch nebenbei bemerkt, das Thema mit dem Bodenverbrauch, den einen versiegelten Boden wieder zu einziegeln.

00:08:38: Das ist eine durchaus sehr... aufwendige Aufgabe, das ist kein Programm, das man in der breiten Fläche tatsächlich machen kann.

00:08:46: Die Klimakrise ist in mehrerer Hinsicht interessant.

00:08:50: Auf der einen Seite ist es eine kontinuierliche Veränderung unserer Lebensbedingungen.

00:08:55: Auf der anderen Seite ist die zum Beispiel verbunden mit sehr vielen Extremereignissen.

00:09:00: Wir haben Türe, wir haben Hochwasser.

00:09:05: Wir haben möglicherweise Wirbelstürme und andere Dinge, auch die hat es mittlerweile gegeben, ganz an unserer Grenze in Südmeeren vor ein paar Jahren erst Phänomene, die man in der Form noch nicht gekannt hat.

00:09:18: Und das sind dann Shocks, die sich aneinander rein.

00:09:21: Und auf die Art und Weise auch unsere Fähigkeit beanspruchen und möglicherweise auch über beanspruchen werden in Zukunft auf diese Shocks zu reagieren.

00:09:31: Weil es ist ja dann nicht Ein hundertjährliches Hochwasser und dann ist hundert Jahre Ruhe sozusagen, sondern es kommt dazwischen die Türe.

00:09:37: Dann ändern sich die Eintritts-Verscheinlichkeiten.

00:09:39: Das Hochwasser kommt schneller als gedacht.

00:09:42: Dann kommt ein Sturm vorbei, dann haben wir andere Aspekte, mit denen wir zurechtkommen müssen.

00:09:49: Und das sind schon durchaus sehr interessante, schwierige Ausgangslagen, mit denen wir uns in Zukunft auseinandersetzen müssen und wo dann das Thema Resilienz gefragt ist, nämlich auch unter der Perspektive.

00:10:01: Wie können wir uns weiterentwickeln?

00:10:03: Wie können wir uns nachhaltiger weiterentwickeln, obwohl wir uns mit diesen Phänomenen auseinandersetzen müssen?

00:10:11: Schocks sind eher kurzfristige Ereignisse in der Raumplanung, verbindet man sie eher zum Beispiel mit Naturgefahren, die eine hohe Schadenswirkung haben, wo aber trotzdem die Rückkehr in den Ursprungszustand vielfach möglich ist.

00:10:24: Das heißt, man kann beim Hochwasser nachher wieder zusammenräumen, das Wasser fließt weg und man kann die den Raum im Prinzip wieder weiter nutzen, vielleicht mit ein paar Adaptionen dazwischen.

00:10:38: In den Bergen ist das auch durchaus interessant, da verändern sich die Rahmenbedingungen, weil diese Dinge miteinander in Beziehungszusetzen sind.

00:10:47: Dadurch, dass wir die Klimakrise haben, vielfach trockener wird im Wald, verliert der Schutzwald, zumindest teilweise ist eine Schutzfunktion, das ist ein Riesenthema, das wir derzeit haben und wo noch nicht ganz absehbar ist.

00:11:00: in welche Richtung das geht.

00:11:02: Also im Prinzip haben wir mal einiges zu bewerkstelligen und es ist wichtig, sich mit dem Thema Resilienz in der räumlichen Planung auseinanderzusetzen, alleine aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen, die wir zum Beispiel durch die Klimakrise sehen.

00:11:16: Die Energiewende ist auch etwas Interessantes, weil die Energiewende bedeutet ja im Wesentlichen, dass wir unser jetziges Energiesystem einen enormen Stress aussetzen, übernehmen die primären Energiequellen weg.

00:11:30: Erdöl, Erdgas, Kohle, Hammer, praktisch zumindest in unseren Breiten schon weggenommen.

00:11:36: Und trotzdem müssen wir die Energieversorgung aufrecht erhalten.

00:11:39: Das heißt, die Infrastruktur muss neu organisiert werden.

00:11:43: Auch das ist ein Thema, vor dem wir stehen und das massiv dann in den Raum wirkt und dann zum Beispiel sich manifestiert in ganz vielen Konflikten rund um Windkraftwerke zum Beispiel.

00:11:54: Die Frage, brauchen wir Freiflächen für der Voltaik oder nicht?

00:11:58: Sind wir mit dem Wasserkraftausbau fertig?

00:12:04: Wenn man sich die Frage des Gewässerzustandes anschaut, dann wird dann immer mehr wahnsinn viel gehen, vielleicht mehr in Richtung Repowering, also das Aufrüsten von bestehenden Wasserkraftwerken, als wirklich wieder neue Naturlandschaften oder neue Landschaften, der Wasserkraft fallen zu lassen und zukommen zu lassen.

00:12:25: Das sind Fragen, die da unmittelbar auftauchen und die dann auch damit zu tun haben, wie wir uns Resilienter gestalten, unsere Räume Resilienter gestalten.

00:12:36: und dieses Thema mit den Naturgefahren in den Alpen haben wir ja auch in eine neue Dimension vor zwei, drei Jahren gesehen in Galtür, wo einfach oder nicht einfach, wo durch das Auftauen von Permafrostboden der kit sozusagen im Berg verloren geht und die Berge einbröckeln.

00:12:53: Auch das ist die Frage, wie gehen wir dann unten.

00:12:56: Und was heißt das dann für die alpinen Lebensräume in der Zukunft?

00:13:01: Und wenn wir uns jetzt aus einer räumlichen Perspektive auf diese Dinge vorbereiten wollen, dann haben wir ein paar Prinzipien zu berücksichtigen.

00:13:10: Das sind gar nicht so viele.

00:13:12: Und die einen gelten eher als etwas, was wir anstreben müssen.

00:13:16: Das andere definiert unter anderem auch Rahmenbedingungen.

00:13:20: Und diese Rahmenbedingungen sind auf der einen Seite, diese Prinzipien sind auf der einen Seite, dass wir uns mit der physischen Stärke auseinandersetzen müssen, aber über das Thema Mauerbau weit hinausgehend, dass wir uns mit unseren Ressourcen auseinandersetzen müssen, die wir im Raum vorfinden und dass wir uns aber auch als Gemeinschaften darauf vorbereiten können, wie wir mit solchen Fragestellungen umgehen können.

00:13:45: Und ich habe wieder da zwei Fotos an die Wand geworfen.

00:13:50: Die sind wieder aus Japan.

00:13:52: Die physische Stärke, jetzt einmal nicht als Mauerbau, sondern eher als Adaption und als Mitgehen mit der Krise sozusagen oder mit dem Schock, der da auf einen zukommt, hat man jetzt zum Beispiel so umgesetzt, dass man nicht mehr versucht die Siedlung unten zu schützen und die Leute unten zu lassen, sondern dass man versucht die Leute, wenn denn so ein großes Ereignis kommt, aus diesem Raum zu entfernen.

00:14:18: Das ist ein Thema.

00:14:20: dass man zum Beispiel mit solchen Flucht-Türmen, wo dann mehrere hundert Leute teilweise auch Platz haben, lösen möchte, auf der anderen Seite nutzt man natürliche Anhöhe.

00:14:33: Das Foto ist also seiner Gegend im Süden der Hauptinsel, wo Gemeinden sich darauf vorbereiten, dass innerhalb der nächsten zwanzig Jahre mit achtzig Prozent Wahrscheinlichkeit Das krästmöglich Menschen denkbare Erdbeben eintreten wird.

00:14:50: und dann kommt je nach Region eine Flutwelle daher zwischen sixteen und vierunddreißig Metern Höhe.

00:14:57: Das ist einmal völlig klar, dass dort nichts mehr stehen wird.

00:15:00: Das ist nur die Frage, wie man das Nackt überleben organisiert.

00:15:04: Und der Andere hat das zu tun mit den physischen Strukturen, die man schafft.

00:15:08: Und auf der anderen Seite hat es aber auch damit zu tun, wie man sich als Gesellschaft organisiert, also wie das das Zusammenwirken in der Gesellschaft da dann von Staaten geht.

00:15:18: Und dieses Zusammenwirken heißt in dem Fall, dass man Evakuierungspläne hat, bis ins Detail durchorganisierte, weil es jeder Nachbar, welchen Nachbarn man sozusagen nehmen muss im Katastrophenfall und unter anderem zu diesem Fluchtpunkten bringen muss.

00:15:36: Und das wird geübt.

00:15:37: Das wird geübt mit ganzen Gemeinden und zwar so wie die Feuerwehrübungen der Schule.

00:15:43: Das machen die regelmäßig teilweise und sind vorbereitet darauf, dass wenn es dann so weit ist, man innerhalb von, hat man Feuerwandzeit zwischen dreißig und fünfundvierzig Minuten, dann wirklich sich packt und die Fluchtümer aufsucht, die Fluchtpunkte aufsucht und dann damit rechnet, dass ein paar Stunden später nichts mehr von dem da ist, was man das Lebensraum gekannt hat.

00:16:05: Also das sind ganz massive Themen, die wir uns hoffentlich hier, also jetzt einmal von uns, von unserem Lebensraum her jetzt in der Form nicht kennen, aber auf die man sich vorbereiten muss.

00:16:16: Und jetzt in anderer Perspektive bei uns heißt das, worauf müssen wir uns vorbereiten, wir müssen uns darauf vorbereiten, dass wir eine Klimakrise haben.

00:16:26: in erster Linie auch und dass wir durch diese Klimakrise Veränderungen in unserem Lebensraum sehen, die massiv sind.

00:16:33: und auf der anderen Seite sehen wir aber auch durch globale politische Verschiebungen, dass die Art und Weise auch, wie wir uns versorgen, durchaus möglicherweise neu zu organisieren sein wird.

00:16:46: Wie organisiert man das?

00:16:47: unter bedingungen räumlicher Resilienz?

00:16:51: Das wichtigste oder eine der paar wichtigsten Dinge ist, dass man redundant ist, dass man Systeme nicht nur einmal hat, sondern mehrfach hat.

00:16:58: Dass man diverse ist, dass man Multifunktionalität hat.

00:17:01: Das heißt, dass man mehrere Funktionen im Raum verhandeln hat, um sich auch zwischen verschiedenen Krisen auf verschiedene Krisen vorzubereiten.

00:17:11: Dass man die Exposition reduziert, also die Ausgesetztheit gegenüber Krisen.

00:17:15: Bei Naturgefahren ist es relativ einfach, man wohnt nicht dort, wo man erwartet, dass die Naturgefahr hinkommt, zum Beispiel dort, wo das Hochwasser hinkommt.

00:17:23: Und dass man das, was man macht, mit möglichst geringem, also effizient, mit möglichst geringem, geringem Ressourceneinsatz bereitstellen kann.

00:17:31: Und Ressourceneinsatz sind materielle Ressourcen und finanzielle Ressourcen, das ist klar.

00:17:37: Wir haben aber auch gerade, wenn man zum Beispiel um Themen wie die Energiewende sich Gedanken macht, ja nicht nur die Frage des Geldes und der Frage, können wir uns das leisten?

00:17:47: Das ist alternativlos, wir müssen uns das leisten.

00:17:50: Aber dann ist der nächste Phase, ja und mit welchen Materialien machen wir das?

00:17:55: Welche physischen Ressourcen haben wir zur Verfügung und was bedeutet diese Ressourcennutzung dann auch für den Raum?

00:18:01: Und dieser Raum wird sich da verändern.

00:18:04: eine andere Anstoffbasis, die wir haben und wo wir eben unter anderem durch solche Dinge wie eine Energiewende neue Raumansprüche in den Jetztraum bringen und die Gegenwart bringen.

00:18:17: Was ist zum Beispiel das Nutzen von Erdöl, das Nutzen von Erdgas?

00:18:22: Das ist geborgtes Land aus der Vergangenheit, das ist die Sprache des ökologischen Fußabdrucks.

00:18:28: und dieses geborgte Land aus der Vergangenheit, das holen wir uns in die Gegenwart.

00:18:32: Wir müssen Energie mit dem Raum jetzt produzieren, den wir da haben.

00:18:36: Erdöl-Erdgas war biologisch produktive Landfläche, die vor Jahrmillionen gelebt hat.

00:18:41: Und die werden wir substituieren.

00:18:45: Und substituieren heißt, dass wir die Energie in der Gegenwart produzieren müssen.

00:18:49: Also wir können uns nicht mehr darauf verlassen, dass wir zum Beispiel diese biologisch produktive Landfläche in Materialformen, die jetzt nicht mehr herstellbar sind, aus der Erde herausholen und uns so aneignen.

00:19:05: Wir haben einen sehr gut genutzten Raum.

00:19:06: und zu diesem Raum, und jetzt kommen wir zum Thema Boden, addieren wir sozusagen, fügen wir weitere Raumnutzungen hinzu und das ist auf der einen Seite ergibt sich das aus der Energiewende, auf der anderen Seite ergibt sich das auch auf einer Ressourcenwende, was die stoffliche Seite anlangt, denn nicht wenig der fossilen Ressourcen wird ja auch stofflich genutzt und Stichwort Plastik ist halt dann auch zu ersetzen, da ist das ganze Thema der Bioökonomie, das damit hineinkommt.

00:19:43: Gleichzeitig nutzen wir unseren Raum so, wie wir das jetzt tun, auf eine sehr, sagen wir mal, exzensive Art und Weise.

00:19:49: Wir haben in Österreich eines der längsten Straßennetze pro Kopf der Welt, also wir haben gebaut pro Kopf circa vierzehn Laufmeter Straße.

00:19:57: In Deutschland sind es zehn Laufmeter, in der Schweiz sind es zum Beispiel neun Laufmeter Straße pro Kopf.

00:20:03: Wir haben Die größte Verkaufsfläche pro Kopf in Europa, in Einkaufszentren, in Supermärkten und so weiter.

00:20:10: Bei uns sind es bei uns in einem Quadratmeter, in Italien sind es zum Beispiel ein Quadratmeter, kann man auch gut einkaufen.

00:20:17: Und was wir mit unseren räumlichen Entwicklungen machen, ist, dass wir in Funktionstrennung gehen.

00:20:23: Das heißt, dass wir Wohnsiedlungen bauen, irgendwo bauen wir Industrie und Gewerbeparks, dann bauen wir Einkaufszentren und das, was früher einmal von der Raum.

00:20:32: Struktur her in einer Innenstadt zum Beispiel stattgefunden hat.

00:20:35: Das wird jetzt auf viele verschiedene Ortsteile zum Beispiel aufgeteilt.

00:20:40: Und das führt dazu, dass wir mehr Mobilität brauchen, dass wir auch mehr Auto fahren, klar mal aufmüssen, auch vorgegeben durch die Raumstrukturen.

00:20:51: Und das alles führt auch dazu, dass wir wesentlich mehr Boden in Anspruch nehmen, als wir eigentlich sollten.

00:20:59: Da kommen wir jetzt im Detail dazu, nämlich zum Thema Bodenverbrauch.

00:21:03: Wir haben in Österreich circa fünftausend sechshundertfünfzig Quadratkilometer Fläche, die wir für Siedlungszwecke nutzen, die wir für Verkehrszwecke nutzen, für Infrastrukturen, auch für Freizeitgestaltung.

00:21:17: ungefähr die Hälfte davon, der rote Bereich.

00:21:20: Das ist das, was gewidmet des Bauland ist.

00:21:22: Das ist jetzt für die Anplaner wieder interessant.

00:21:24: Ungefähr ein Drittel ist Verkehrsfläche und dann kommen noch ein paar andere Nutzungen dazu wie Freizeitfläche, zum Beispiel das grüne Ekel unten.

00:21:32: Und auch nicht ganz unerheblich, das orage-Ekel, das ist Siedlungsfläche, das das Grünland gewidmet ist, also das gar nicht im Bauland sozusagen angesiedelt ist.

00:21:43: Das ist sozusagen auch ein Erbe, mit dem man in der Raumplanung umgehen muss.

00:21:49: Was heißt das jetzt?

00:21:50: Fünftausendsechsehundert Quadratmeter Bodenverbrauch?

00:21:52: Wie viel ist das?

00:21:53: Das ist nicht unerheblich, das ist siebzehn Prozent der Fläche, die in Österreich dauerhaft zum Wohnen, also zum Leben und für die Landwirtschaft zur Verfügung steht.

00:22:04: Also alles, was nicht Wald ist, was nicht Alpine-Raum ist, was nicht Gewässer ist, so Daumenmalpie, jetzt mal mit gleichem Unschärfen gesagt.

00:22:15: Wenn wir uns jetzt anschauen, was regelmäßig zu diesem Thema in den Medien berichtet wird, dann hören wir immer, wir haben einen hohen Bodenverbrauch und dieser Bodenverbrauch wäre nicht mehr tragbar.

00:22:29: Das Ganze wird normalerweise gerechnet in Bodenverbrauchszielen.

00:22:33: Das kennt man von zweieinhalb Hektar pro Tag aus Regierungsprogrammen.

00:22:36: Auch jetzt im jetzigen Regierungsprogramm steht das zweieinhalb Hektar Ziel wieder drinnen auf der Bundesebene.

00:22:47: derzeit eine Flächen in Anspruchnahme von ca.

00:22:50: zwölf Hektar pro Tag, das waren einmal fünfundzwanzig Hektar pro Tag von ungefähr zwanzig Jahren.

00:22:55: Und ganz gerne wird das auch gerechnet in Fußballfeldern.

00:22:59: Und da sind wir bei fifteen, sechzehn Fußballfelder pro Tag.

00:23:05: Und die Frage ist nur schlicht untergreifend, ist das viel?

00:23:08: Und wenn ich jetzt mit diesem Thema Resilienz auch komme und auch mit dem Thema der Frage, wie man da solche Umweltprobleme auch darstellt, dann wird dieses rechnen in Hektar pro Tag, in Fußballfelder pro Tag den Problem schlicht und ergreifend nicht gerecht, vor dem wir stehen.

00:23:27: Es ist nämlich ein kumulatives Problem, das heißt dieses Problem wird größer über die Zeit, verteilt sich sozusagen im Raum und die eigentliche Größenordnung sieht man hinter der Fragestellung erst, weil man sich das über längere Zeiträume anschaut.

00:23:47: Und jetzt gehen wir gar nicht weit zurück, jetzt gehen wir mal nur fünfzehn, zwanzig Jahre zurück.

00:23:53: Und dann sind die zwölf Hektar pro Tag bis zu dem Zeitpunkt noch vierzehn Hektar pro Tag sind in Summe tausend, zweihundert Quadratkilometer.

00:24:03: Tausend, zweihundert Quadratkilometer ist sechsmal Wien, nämlich dort, wo die Leute leben und arbeiten, die Siedlungs- und Verkehrsflächen der Stadt Wien.

00:24:14: Ziemlich genau sechsmal.

00:24:15: Das ist die Hälfte der Wiener.

00:24:19: Gemeindefläche oder Bundeslandfläche.

00:24:24: Da kann man schon auf die Idee kommen, das ist viel.

00:24:28: Das zweite Thema, das wir haben, wo siedeln wir denn im Allgemeinen, das ist ja nicht so, dass wir jetzt wie noch ein zweites Mal dazu gebaut hätten, auch nicht in der Dichte, sondern das verteilt sich über längere Zeiträume im Raum.

00:24:43: Jetzt schauen wir mal, ob die Animation schon startet.

00:24:46: Jetzt eine kleine Animation, ja, die funktioniert.

00:24:49: Wir gehen jetzt in fünf jahre Schritten von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung von der Zeitung.

00:25:20: Und dieses Straßennetz ist durchaus teuer, das haben wir irgendwann einmal errichtet, das müssen wir erhalten.

00:25:25: Und nur als Gedankenspiel um welche Größenordnungen geht es da.

00:25:29: Wenn man das unter anderem auch in meinem Buch ausgerechnet, wenn man das gesamte österreichische Straßennetz im Jahr two-tausend-neinzehrend zu Marktpreisen zwei-tausend-neinzehrend neu errichtet hätte, hätte es ungefähr dreihundertvierzig Milliarden Euro gekostet.

00:25:45: Zwei-tausend-neinzehrend waren die Staatsschulden zweihundertachzig Milliarden Euro, nur um das in Perspektive zu sehen.

00:25:50: Das ist jetzt natürlich eine sehr einfache Darstellung.

00:25:52: Natürlich sind entsprechende Vorteile auch mit einem entsprechenden Infrastrukturnetz verbunden.

00:25:56: Das ist keine Frage.

00:25:58: Sonst hätten wir es ja auch nicht und würden es uns auch nicht leisten können.

00:26:01: Aber es zeigt einfach nur, dass wir auch hier auf der einen Seite ökonomische Auswirkungen haben, mit denen man umgehen kann unter diesem Gesichtspunkt der Ressourcen, die wir einsetzen, nämlich der finanziellen Ressourcen.

00:26:19: bei einer etwas, sagen wir jetzt einmal, weniger flächenzierenden Raumentwicklung da einfach sparen hätten können.

00:26:26: Das heißt aber auf einer anderen Seite wollen wir hier voranschreiten, nämlich auch auf einem Resilienz- und Nachhaltigkeitspfad, dann sollten wir eines tun, dann sollten wir mit unserer bestehenden Infrastruktur auskommen und sie effizienter nutzen und nicht weiterbauen wie bisher.

00:26:43: Das ist durchaus auch volkswirtschaftlich problematisch.

00:26:46: Das zweite ist, Wenn wir jetzt auf das Thema Biodiversität kommen, das ist auch noch so eine Krise, die wir haben, den massiven Atenschwund, der uns auch beschäftigt über die Jahre, dann führen mehrere Aspekte zu Atenschwunden, eben den ganzen stofflichen Aspekten, Umweltgiften etc.

00:27:06: auch Natürlich die Frage, wie wir uns den Raum gestalten, wie wir den Raum uns aneignen, also sprich, wie wir den Raum für die Natur filetieren, zum Beispiel durch Straßen- und Infrastrukturbau, aber auch durch Siedlungen.

00:27:20: Und da es einfach so je größer ein Lebensraum ist, je mehr individuellen, je mehr einzelne individuellen eine Art beinhaltet er.

00:27:32: Die kleinere Lebensräume werden, das nimmt exponentiell ab, desto geringer wird die Zahl der Individuen pro Art quer bett.

00:27:40: durch die meisten dieser Arten.

00:27:42: Das heißt auch, das ist ein Thema, den wir uns zunehmend stellen müssen.

00:27:47: Und was jetzt auch noch dazu kommt, wenn wir uns unmittelbar an etwas denken, nämlich die Frage, welche Grundfunktionen in der Gesellschaft wollen wir aufrecht erhalten, auch in deinem umfassenden Resilienzgedanken, dann geht es natürlich um die Ernährung.

00:28:04: Und diese Flächen, die wir da bebauen, die stehen natürlich auch unmittelbar im in Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Nutzung und das liegt ganz klar auch in der historischen Siedlungsentwicklung begründet.

00:28:16: Denn wo hat man denn die Städte und die Dörfer in der Vergangenheit hingebaut?

00:28:21: Dort wo man sich ernähren konnte, dort wo die Böden wertvoll waren.

00:28:25: Und ich habe einen Kollegen, den Martin Gerzerbeck von der Bodenforscher ist und sich jetzt wirklich mit dem Boden selbst und nicht mit der Nutzung des Bodens beschäftigt, der Auch Bodenkunde unter anderem unterrichtet an der Boku, der immer sagt, naja, wo sind denn die wertvollsten Böden Österreichs?

00:28:45: Unter anderem unter dem Flughafen Wien.

00:28:47: Wo sind die wertvollsten Böden Oberösterreichs?

00:28:50: Dann Flughafen in Hörsching.

00:28:51: Also das Muster setzt sich fort, einfach auch deswegen, weil dort gebaut wird und weiter gebaut wird, wo wir die Städte schon haben.

00:28:59: Das hat ja auch eine Logik.

00:29:01: Und das aber steht im unmittelbaren Zusammenhang damit wie ... wie wir uns ernähren können, welche Art von Böden dann auch verbraucht werden.

00:29:17: Jetzt bleibt aber immer noch eine Frage offen, wenn man sich das jetzt im Detail anschaut, nämlich die Frage, jetzt wissen wir, das ist irgendwie viel.

00:29:26: Tausend zweihundert Quadratkilometer verbauen, sechsmal Winter zu bauen in circa zwanzig Jahren, ich meine, da redet man jetzt nach den zweitausender Jahren, das ist viel.

00:29:42: und wenn man das jetzt in Ackerfläche rechnen würde, dann ist das die Ackerfläche der Steiermark.

00:29:49: Wenn wir jetzt wieder zurückgehen in die Geschichte, die Zeitgeschichte, dann haben wir nach den Weltkriegen, auch nach dem Zweiten Weltkrieg war Österreich ein Armenhaus.

00:30:02: Das haben die Leute gehungert und man hat damals die Idee entwickelt, entzehntes Bundesland zu gewinnen für die Ernährungssicherheit der Bevölkerung und Ernährungssicherheit und Resilienz, das ist unmittelbar zusammengehörig.

00:30:22: Da gibt es ein Papier von dem damaligen Landwirtschaftsministerium aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, aus dem Jahr, Jetzt haben wir wieder die Frage, naja, den Flüssen mehr Raum geben, aus Hochwasserschutzgründen, Biodiversitätsgründen.

00:30:46: Jetzt haben wir aber dieses zehnte Bundesland tatsächlich geschafft, in den fünftiger, sechziger, siebziger Jahren.

00:30:54: In weniger oder circa zwanzig Jahren haben wir es wieder verbaut.

00:30:59: Und da kann man noch einmal überlegen, ja, das ist schon jetzt viel.

00:31:03: Aber ist es wirklich zu viel?

00:31:04: können wir uns als Gesellschaft diese Flächen in Anspruchnahme leisten oder nicht leisten?

00:31:11: beeinträchtigt ist jetzt wirklich unsere Fähigkeit, um jetzt unmittelbar zur Resilienz zu gehen, also die Fähigkeit des Ernährungssystems, die Nahrung der Bevölkerung bereitzustellen, da muss man es aber die Perspektive wechseln und darf das nicht von der Baulandseite betrachten, sondern muss das von der Grünlandseite betrachten.

00:31:30: Weil wenn wir uns immer, wenn wir immer noch genug Flächen hätten, um uns weiterhin zu ernähren, dann wäre sich es ja noch ausgegangen.

00:31:41: Diese Überlegung hat tatsächlich über die Jahrzehnte niemand angestellt.

00:31:46: Es war einer der Gründe, warum ich mein Buch geschrieben habe, nämlich auch genau das zu tun, nämlich zu überlegen, dass wir auch einen Bodenbedarf haben und einmal auszurechnen, wie groß der eigentlich ist und ob sich das ausgeht mit der Flächeninanspruchnahme und wie viel Spielraum wir noch haben für weitere Flächeninanspruchnahme.

00:32:10: Und das heißt, welchen Gründland bedarf, welchen Bodenbedarf haben wir?

00:32:16: Und in der Raumplanung können wir eines, seit es Raumplanung gibt, wir können immer ausrechnen, was für zusätzlichen Baulandbedarfe wir haben.

00:32:23: Wir haben uns eigentlich ganz selten Gedanken gemacht oder eigentlich nie Gedanken darüber gemacht in der ganzen Branche über die Jahrzehnte, wie viel Grünlandbedarf man eigentlich hat.

00:32:32: Was bedeutet das, die Bevölkerung zu ernähren auf eigenem Staatsgebiet zum Beispiel?

00:32:38: Und ich habe mir dieser Geschichte angenehren und habe einmal abgeschätzt, wie viel Bedarf an Boden braucht es für die Ernährung, wie viel braucht es für die Anpassung an die Klimakrise und auch wieder aus der Ernährung heraus.

00:32:55: Wie viel Fläche braucht man für die Biodiversität, das ist im Übrigen gar nicht so viel.

00:33:00: Da geht es eher darum, dass man in der Fläche entsprechend Atmenschutzkonform, wenn man will, wirtschaftet.

00:33:08: Wie viel braucht man für die Bioökonomie?

00:33:10: In der Bioökonomie steckt die Energiewende drinnen, da steckt aber auch drinnen diese stoffliche.

00:33:16: Das ist dieser stoffliche Ersatz von fossilen Materialien durch Biogen oder produzierte oder nachhaltig produzierte, erneuerbar produzierte Rohstoffe.

00:33:29: Und dass wir auch nicht vergessen dürfen, Österreich wächst.

00:33:33: In den letzten fünfundzwanzig Jahren waren es ca.

00:33:35: eineinhalb Millionen Leute, die dazugekommen sind und auch eine wachsende Bevölkerung.

00:33:41: hat zwei Dinge, eine höhere Flächen in Anspruchnahme, weil man mehr Wohnraum und so weiter braucht und mehr Infrastruktur und mehr Arbeitsplätze und mehr Einkaufsmöglichkeiten etc.

00:33:51: Aber die braucht euch mehr essen.

00:33:53: Und wenn man sich das anschaut... Dann geht sich es jetzt gerade noch aus.

00:33:58: Ich habe das in vier Ernährungsformen gerechnet von den klassischen Mischkost über eine gesunde Mischkost.

00:34:05: Also das ist die Frage, würden wir die Ernährungspyramide ernst nehmen?

00:34:09: Wie viel würden wir den Fleischkonsum etwas reduzieren?

00:34:11: Was bedeutet das da für die Flächen in Anspruchnahme?

00:34:15: Vegetarische vegane Ernährung als Szenarien.

00:34:19: Und je nachdem, was man rechnet, geht es bei uns zurzeit eigentlich mehr oder weniger gut aus.

00:34:24: Wir haben Aka und Gründlernflächen zusammengerechnet zurzeit zwei Komma sechs Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung.

00:34:33: Bei der klassischen Misskost brauchen wir zwei Komma sieben fünf Millionen Hektar.

00:34:36: Das heißt, etwas weniger Lebensmittel wegwerfen, dann wird sich das ungefähr ausgehen.

00:34:41: Sagen wir es einmal so, bleib sich.

00:34:43: Vegan wird sich relativ gut ausgehen.

00:34:48: Jetzt haben wir aber dann diesen künftigen Flächen bedarf.

00:34:51: Das heißt, wir rechnen dann noch etwas dazu, nämlich in erster Linie die Klimakrise.

00:34:55: Es gibt eine wunderbare Studie von der AGES, von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, der BOKO, dem Umweltbundesamt und dann bei anderen.

00:35:05: Und die haben dargestellt, dass durch die Klimakrise die landwirtschaftliche Produktion in Österreich massiv leiden wird.

00:35:17: Also das Weinviertel wird halb austrocknen, minus fünfzig Prozent ertrag.

00:35:21: Das ist eine unserer wichtigsten Kornkammern unter anderem.

00:35:25: Das betrifft auch andere Kornkammern, weil die sind üblicherweise ein bisschen trockener.

00:35:29: Sie haben aber auch mitgerechnet, dass man weiter oben auch noch Landwirtschaft betreiben kann.

00:35:37: Und in Summe ergibt es über Österreich betrachte zwanzig Prozent weniger ertrag.

00:35:42: oder anders ausgedrückt.

00:35:43: Wir brauchen zwanzig Prozent mehr Fläche, um dieselbe Menge Nahrungsmittel zu produzieren, wie wir es in die Jetzt-Zeiten tun können.

00:35:52: Die Fläche braucht man.

00:35:54: Für die Bioeconomie braucht man mehr Fläche.

00:35:56: Es gibt auch eine eigene Strategie.

00:35:57: Die habe ich mir angeschaut.

00:35:58: Da haben wir ein bisschen herumgerechnet mit Studien, die da verfügbar sind und mal so Flächenbedarfe abschätzen.

00:36:05: Naturschutz habe ich mit reingerechnet.

00:36:10: Was würde eine tatsächliche, sag ich jetzt einmal, naturschutzfachlich... verträglich gestaltete Landschaft, dann Landschaftselementen beinhalten.

00:36:20: Welche Teile der Landschaft müsste man da der Natur über antworten?

00:36:26: Wie schaut es aus mit dem Bevölkerungswachstum?

00:36:28: Da gibt es Prognosen von der österreichischen Raumwertungskonferenz über die Bevölkerung, die habe ich in den Jahr auch genommen.

00:36:33: Und wenn man das alles zusammenzählt, dann brauchen wir von unseren zwei Komma sechs Millionen Hektar Ackerfläche und Grünlandfläche künftig, wobei dieses künftig jetzt keine Jahreszahl hat.

00:36:46: Hier kommen wir auf fünf Millionen Hektar.

00:36:52: Das geht sich nicht aus.

00:36:54: Das geht sich bei Weibchen nicht aus.

00:36:55: Das heißt, wir müssen uns sehr viel einfallen lassen, um hier auf einen grünen Zweig zu kommen.

00:37:00: Und wenn man dann das Thema Ernährungs-Souveränität in Spiel bringt, heißt das natürlich, wie entwickeln wir uns dann das Gesellschaft.

00:37:08: Der physische Bereich heißt schlicht und ergreifend, wir müssen aufhören, landwirtschaftliche Flächen zu verbauen.

00:37:13: Das ist einmal eine der Grundbedingungen.

00:37:17: Dann gibt's.

00:37:18: den sozialen Bereich, sozusagen die Frage auch der Lern- und Adaptionsfähigkeit.

00:37:23: Was können wir daraus lernen als Gesellschaft?

00:37:25: Erstens, vielleicht sagen wir, naja, die Ernährungssouveränität in der heutigen Zeit in der global vernetzten Welt, die gerade wieder ein bisschen auseinander fällt, in ihrer globalen Vernetzung oder ein bisschen stärker auseinander fällt.

00:37:37: Von der gehen wir auch in Zukunft aus und die Nahrungsmittel werden wir schon irgendwo herkriegen.

00:37:41: Und falls es tatsächlich einmal eine kurzfristige Krise gibt, dann sollten wir uns zumindest vegan ernähren können, das wird sich auch weiterhin ausgehen.

00:37:48: Also ist alles im grünen Bereich.

00:37:50: Wäre auch eine Variante mit dem Thema umzugehen.

00:37:54: Nahrungssouveränität in allen Lebenslagen ist eigentlich gar nicht notwendig.

00:37:58: Aber es wäre notwendig darüber zu reden als Gesellschaft.

00:38:02: Weil eigentlich ist das nicht wirklich im Bewusstsein drinnen, dass es, wenn wir über Bodenbedarf reden, wenn wir über auch Flächen in Anspruchnahme reden, wenn wir darüber reden, dass wir die nächste Siedlungsentwicklung bauen, dass wir die nächste Autobahn bauen oder was auch immer, dass es auch um solche Themen geht wie die Ernährung.

00:38:24: Unter anderem deswegen, weil wir eben so ein kumulatives Umweltproblem haben, weil wir Dinge über längere Zeiträume anhäufen.

00:38:35: Dieses Anhäufen hat nämlich eine strategische Bedeutung für das Entscheidende, nämlich auch für das politische Entscheidende.

00:38:42: Es funktioniert nämlich das nicht, was wir im Allgemeinen tun.

00:38:45: Wir können diese Probleme nicht am Einzelfall abarbeiten.

00:38:50: Das braucht strategische Zielsetzungen, weil ohne diese Zielsetzungen können wir uns schon alleine nur, wenn es darum geht, uns zu ernähren und in Zukunft nicht resilient weiterentwickeln.

00:39:02: Wir werden anfällig sein gegen Krisen, gegen Shocks.

00:39:05: aus den Natur gefahren heraus, aus weltpolitischen Situationen heraus, aus Krisen heraus, die politisch motiviert sind, ökonomisch motiviert sind, manchmal reicht es auch nur, wenn sich ein Tank einem Sucheskanal querstellt.

00:39:16: Was das bedeutet hat, haben wir auch live erlebt.

00:39:21: Und die Schlussfolgerungen, die man daraus ziehen sollte, sind auch interessant, werden auch zurzeit gerade führen auch dazu, dass man zurzeit zum Beispiel auch Verteidigung neu denkt.

00:39:35: in der Jetztzeit, wenn man nur die Nachrichten verfolgt.

00:39:41: Wir können am Einzelfall strategische, persistente, kumulative Umweltprobleme nicht abarbeiten.

00:39:46: Das heißt, wir brauchen dafür Zielsetzungen.

00:39:50: Und das ist das wichtigste meiner Ansicht nach, um sich diesem Thema Bodenverbrauch zu nähern, auch aus einer Resilienzperspektive zu nähern, zu sagen, ja, wir brauchen hier ein absolutes Ziel, was den Bodenverbrauch angeht, wenn wir jetzt Resilienz-Bodenverbrauch zusammenbringen und das muss Netto Null sein.

00:40:09: In einer EU-Strategie steht das drinnen, auch in der österreichischen Bodenstrategie, die zwar kein kurzfristiges Bodenverbrauch zielt drinnen hat, aber da gibt es eine Vision, wie Österreich es ausgeschaut, und da steht selbst in der Vision Netto Null-Bodenverbrauch drinnen.

00:40:26: Was heißt Netto Null-Bodenverbrauch?

00:40:30: Nicht nur, dass wir keinen zusätzlichen Boden mehr brauchen, weil der ist er schon da, der Bodenverbrauchte wird er nicht weniger.

00:40:41: Aber wenn wir neuen Boden brauchen für bestimmte Infrastrukturvorhaben, für bestimmte Maßnahmen seitdem es im Gesundheitsbereich, im Verkehrsbereich oder was auch immer, dass man auf anderer Seite dann sozusagen Bodenbauland zum Beispiel reduziert und in Summe die Menge an verbrauchten Boden nicht weiter erhöht.

00:41:02: Das ist ein Gestaltungsspielraum drinnen.

00:41:06: Was braucht es jetzt in der Raumordnung, um diesen Bodenverbrauch auf Null zu setzen?

00:41:13: Es gilt auch auf zweieinhalb Hektar nebenbei bemerkt.

00:41:16: Das kann aber nur ein Zwischenziel sein, wenn man sich anschaut, wie viel Boden wir eigentlich brauchen, wie viel Grünland wir brauchen.

00:41:25: Und da ist aber das Wichtigste, dass wir diese Außenentwicklung eintämmen, dass wir Zersiedelung eintämmen.

00:41:32: Und da ist das Problem, dass wir es nicht eins verhandeln können an der einzelnen Einfamilienhaussiedlung, am einzelnen Gewerbegebiet oder auch an einer Siedlungsstraße, weil in Summe führt alles dazu, dass wir eben diesen enormen Bodenverbrauch haben.

00:41:49: Das Wichtigste ist und das ist in der österreichischen Raumordnung angelegt, da braucht man nicht einmal ein Gesetz ändern.

00:41:53: Braucht man nur das Bewusstsein ändern bei den Entscheidungstragenten.

00:41:58: Das ist möglich im Rahmen des jetzigen Rechtssystems, jeder Siedlung, jeder Ortschaft.

00:42:03: jeder Stadt eine dreihundertsechzig-Grad-Siedlungsgrenze zu verpassen und zu sagen, bitte, da dürft euch weiterentwickeln, aber nicht darüber hinaus in die landwirtschaftliche Umfeld.

00:42:16: Das ist möglich.

00:42:17: Es wird noch nicht gemacht.

00:42:19: Das ist im Übrigen seit dem Beginn der zeitgemäßen Raumordnung und das ungefähr mit neunzehn-siebzig zu verordnen, ist das schon im Rechtssystem angelegt gewesen.

00:42:30: Das hat wirklich nur keiner gemacht.

00:42:33: Das nächste ist, wir brauchen eine bestimmte Art und Weise unsere Städte zu organisieren und da geht es wieder auch darum, dass wir uns darauf besinnen auf ein paar Qualitäten, die wir auch aus der historischen Innenstadt kennen.

00:42:45: Das heißt, dass wir bestimmte Kompaktheit haben, dass die Wege kurz sind, möglicherweise oder idealerweise zu Fuß oder mit dem Fahrrad auch zu erledigen sind, dass man öffentlichen Verkehr hat.

00:42:57: Die eine Voraussetzung hat ausreichende Nutzerinnen und Nutzer, wo kommen ausreichende Nutzerinnen und Nutzer her, dass man eben nicht in die Fläche geht, sondern dass man sich eben auch an Siedlungsgrenzen hält, dass man Funktionsmischung hat, dass man Wohnen, Arbeiten, sich erholen, einkaufen, Kinder in die Schule schicken etc.

00:43:15: möglichst um das Wohnumfeld grundsätzlich erledigen kann, dass man diese Möglichkeit dazu zumindest hat.

00:43:23: und das bedeutet eben... kurze Wege zu haben und ein effizienteres Verkehrssystem, das auch billiger ist.

00:43:31: Und wir haben ganz oft das Thema oder ich werde auch ganz oft mit der Frage konfrontiert, naja, aber wenn wir das jetzt alles umsetzen, dann stirbt die Bauwirtschaft und wir können uns nicht mehr weiterentwickeln und leistbares Wohnen gibt es auch nicht mehr und leistbare Betriebsstandorte gibt es auch nicht mehr.

00:43:46: Und das wäre ja der Kampf gegen das Einfamilienhaus.

00:43:48: und das Einfamilienhaus haben wir aber auch gerne.

00:43:51: Stimmt.

00:43:53: Alles.

00:43:54: Nur.

00:43:56: Es stimmt deswegen nicht, weil wir ja nicht zu tun brauchen, als ob es den Bestand nicht gäbe.

00:44:04: Wir haben in Österreich ca.

00:44:06: ¼ Millionen Einfamilienhäuser.

00:44:11: Die stehen schon da.

00:44:12: Wir haben vier Millionen Haushalte, zwei Drittel der Haushalte wollen in einem Einfamilienhaus wohnen.

00:44:19: Ein Drittel will nicht im Einfamilienhaus wohnen.

00:44:20: Wir haben jetzt noch die Kühne-Desen in den Raum stellen, dass man als Einzelperson vielleicht nicht in einem Einfamilienhaus wohnen muss und das dann runterrechnet, dann brauchen wir für unsere vier Millionen Haushalte ca.

00:44:34: einst, sechs, einst, sieben Millionen Einfamilienhäuser und einst, sechs Millionen Hammer schon.

00:44:41: Also es wird sich eigentlich ausgehen.

00:44:42: Rein rechnerisch einmal.

00:44:45: Also das ist einmal das erste Thema.

00:44:47: Wir brauchen nicht zu tun, wenn wir nichts gebaut hätten.

00:44:50: Wenn wir jetzt auf einmal, wenn wir jetzt Flächen in Anspruchnahme reduzieren, in Baumhäusern leben müssten.

00:44:57: Wir haben einen Riesentbestand.

00:45:00: Wir haben Bauland gewidmet über dreitausend Quadratkilometer als Bauland.

00:45:04: Das war dieser rote Fleck in der Grafik vorne.

00:45:08: Davon stehen zwanzig Prozent leer wegen Immobilienspekulation unter anderem.

00:45:14: Zwanzig Prozent.

00:45:15: Das sind über sechshundert Quadratkilometer.

00:45:17: Sechsundsechzigtausend Hektar sind es genau, also die Hälfte von unserer Flächen in Anspruch.

00:45:27: Nein, man steht jetzt leer und ist aber gewidmet und wartet nur, ist rechtlich schon Bauland und wartet nur darauf, dass da irgendwann einmal ein Haus drauf kommt.

00:45:35: Also das ist auch die Spielmasse für netto-null Bodenverbrauch, weil innerhalb dieser zwanzig Prozent kann ich schon einmal irgendwo was dazunehmen und irgendwo was anderes weggeben, um netto-null umzusetzen.

00:45:48: Und dann geht es eben darum, dass wir unsere Raumordnung, unsere Art und Weise, wie wir Denken auch im Endeffekt überwohnen, überleben, überarbeiten, dass wir das vor allem räumlich neu denken und sagen, ja, wir haben diesen Bestand, das ist unser Schatz, das ist auch unsere materielle Ressourcer, das ist ja auch Energieaufwand, stofflicher Aufwand, das ist Geld, das schon aufgewendet wurde, dafür das Häuser rumstehen und Straßen gebaut wurden.

00:46:14: Das nutzen wir als Chance, das ist unser Kapital für die Zukunft und das transformieren wir.

00:46:19: Das ändern wir baulich und drum wird auf die Bauwirtschaft nicht sozusagen sterben durch die neue räumliche Entwicklung und durch auch eine resilientere Entwicklung, sondern wir werden Leerstand nutzen, wir werden Gebäude umnutzen, die man jetzt in der Form nicht mehr braucht.

00:46:37: So wie es da steht.

00:46:39: Ich will wieder bewohnt werden.

00:46:41: Das ist ein Bild aus Deutschland.

00:46:44: Und das bedeutet aber was zweites auch noch.

00:46:46: Wir brauchen eine konsequente Bodenpolitik.

00:46:49: Das heißt, wir müssen uns nur mal genau damit auseinandersetzen.

00:46:53: Wie gehen wir damit um, dass eben erhebliche Aspekte, erhebliche Teile unseres Landes leer stehen?

00:47:02: Da braucht es finanzielle Anreizsysteme, es reicht nicht nur Raumordnung.

00:47:06: Das greift in andere Themen auch ein.

00:47:08: Da braucht es finanzielle Anreizsysteme, die die Bürgerinnen und Bürger, die Grundeigentümerinnen und Grundteugeigentümer, hauseigentümerinnen, hauseigentümer ansprechen, wie zum Beispiel Grundsteuern, Leerstandsabgaben für Gebäude und Objekte, Liegenschaften, die nicht genutzt werden, die liegen gelassen werden.

00:47:25: Es braucht Baulandfonds.

00:47:27: Derzeit ist es so sehr viel.

00:47:29: Es gibt Gemeinden, die haben kompakte Siedlungsstrukturen, die entwickeln sich auch ungefähr im Sinne dieser Prinzipien, die wir gerade diskutiert haben.

00:47:37: Die haben alle eine Gemeinsamkeit.

00:47:39: Alle diese Gemeinden beteiligen sich innerhalb ihrer Gemeinde aktiv am Bodenmarkt.

00:47:44: Die kaufen und verkaufen Grund und schauen, dass die Bauwilligen tatsächlich zu Bauland kommen.

00:47:49: Und das macht orte kompakter und Infrastruktur besser ausgelastet.

00:47:55: Und das kann man unterstützen, zum Beispiel durch Baulandfonds.

00:47:59: Und was wir auf jeden Fall brauchen, ist das Bewusstsein bei den politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, bei den Steak Holdern, die da auch betroffen sind.

00:48:06: Und was ich schon auch sehe, ist, dass sich da was bewegt.

00:48:11: Also das zweieinhalb Hektarziel steht jetzt in X-Regierungsprogrammen drin und da hat sich gar nicht so viel bewegt.

00:48:16: Ich sage jetzt einmal, das ist schon relativ konstant.

00:48:19: Man muss auch dazusagen, dass über den Großteil des Bodenverbrauchs ist nicht der Bund zuständig, sondern die Länder.

00:48:26: Das ist sicherlich ein Thema, das wir da haben.

00:48:29: Insofern kann sich der Bund zweieinhalb Hektar wünschen, der Beitrag des Bundes wäre, beim Straßenbauen, beim Eisenbahnbauen entsprechend aufzupassen, dass man hier sich sozusagen innerhalb dieses, sage ich mal, adäquaten Bundesanteils auch durchaus bewegt.

00:48:46: Und was ich auch sehe, ist, dass sich selbst auch in der Bauwirtschaft was bewegt.

00:48:55: Es gibt da die eine Richtung, die sagt, nein, Bodenverbrauch tötet uns, das bringt uns, klingt unser Wachstum, das verändert, das klingt unsere Geschäftsmodelle.

00:49:04: Wir müssen gegen Quantitative Bodenschutzziele aktiv auftreten, den Teil der Bauwirtschaft gibt, aber es gibt auch einen anderen Teil der Bauwirtschaft, vor dem werde ich in näherer Zukunft auch Vortragen zu diesem Thema, die an mich herangetreten sind und gefragt haben, könnten Sie uns einen Vortrag halten?

00:49:21: Wenn wir uns das Thema mit dem Bodenverbrauch anschauen, möchten wir mit Ihnen diskutieren, ob wir noch die richtigen Geschäftsmodelle verfolgen.

00:49:28: Also den Teil der Bauwirtschaft gibt es auch, der sich schon darauf vorbereitet zu sagen, naja, gehen wir in eine andere Richtung und gehen wir auch konform mit einer nachhaltigen Raumentwicklung.

00:49:39: Und sagen wir bei einem anderen Thema der Resilienz, in dem Fall der Resilienz der Bauwirtschaft, ändern wir unsere Geschäftsmodelle, damit wir auch in Zukunft genug zu tun haben und es gibt genug zu tun.

00:49:50: Wenn man allein nur wieder das verknüpft mit dem Thema Energiewende, das ist das Thema Wärmedämmung zum Beispiel, das Thema Umrüsten von Gebäuden auf erneuerbare Energieträger, das ist Bauen im Bestand.

00:50:01: Das ist auch ein Teil der Bestandstransformation.

00:50:05: Derzeit ist die Sanierungsquote bei Häusern bei einem Prozent.

00:50:10: Das heißt, wir brauchen hundert Jahre, um einmal unseren Gebäude Bestand durch zu sanieren.

00:50:15: Um die Energiewende zu schaffen, müssen wir das verfünft fachen.

00:50:20: Und dann sind wir beim Thema Resilienz und bei der Betrachtung der materiellen Ressourcen, weil das heißt, dass wir im Endeffekt alle Leute, die in der Bauwirtschaft arbeiten, gesellschaftlich sinnvoll in der Sanierung einsetzen könnten und das nämlich auf Jahrzehnte hinaus.

00:50:35: Und ich denke auch da gibt es ganz spannende Zusammenhänge.

00:50:41: das Thema Resilienz in Raumplanung hineinzudenken, das Thema Resilienz mit dem Thema Bodenverbrauch zum Beispiel zu verbinden und dann aber auch Auswirkungen abzuleiten, die hier auch eine andere räumliche Entwicklung neilegen.

00:50:56: Was kann man einzeln dazu beitragen, sich hin und wieder mal fragen.

00:51:01: Wo man wohnt, das ist eine Frage, die man nur sehr selten stellt, je nach Lebenssituation.

00:51:09: muss man die auch gar nicht so oft stellen.

00:51:11: Irgendwann entscheidet man sich für was und das behält man vielleicht den Leben lang.

00:51:15: Aber nur als ein Gedanke, zehn Prozent der Personen in Österreich, das sind neunhunderttausend Leute, ziehen pro Jahr im Schnitt um.

00:51:24: Das sind neunhunderttausend Gelegenheiten auch hier im Sinne von Konsumverhalten, sozusagen sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

00:51:32: und das, was jetzt die Gesellschaft resilienter macht, nämlich mehr Bodenverbrauch.

00:51:37: Bodenverbrauch zu reduzieren.

00:51:38: Was heißt es dann, mehr Innenentwicklung zu betreiben, die Ortskerne zu stärken, das bestehenden Siedlungskerne zu stärken.

00:51:45: Wenn man dort wohnt, dann wird man persönlich resilienter.

00:51:48: Warum?

00:51:49: Weil der Alltag leichter bewältigbar ist.

00:51:52: Ich brauche kein mechanisches Verkehrsmittel, um einkaufen zu gehen.

00:51:58: Wenn ich in so einer Struktur wohne, wo der Supermarkt nicht weit weg ist oder die Bäckerei nicht weit weg ist, wo die Schule nicht weit weg ist und so weiter.

00:52:06: Und diese Lagebedingungen, die man selbst auch überlegen kann und sich selbst auch in den persönlichen Alltag einbauen kann, um sein Leben zu erleichtern, das sind genau die selben Prinzipien, die auch das Thema Bodenverbrauch reduzieren würden.

00:52:22: Das wäre so mein letzter Gedanke für heute.

00:52:26: Für die Zeit, ich freue mich auf die Diskussion.

00:52:28: Dankeschön.

00:52:34: Unsere nächsten Veranstaltungen finden Sie im Veranstaltungskalender unter www.academietraumkirchen.com.slash-events.

00:52:43: Wir freuen uns, Sie bei einem der nächsten Vorträge an der Internationalen Akademie Traumkirchen zu begrüßen.

00:52:50: Denn Wissenschaft Begeisterung.

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